Do you speak Bahasa?

In meinem Auslandsemester in Malaysia hatte ich eine Vorlesung Bahasa Malaysia. Bahasa Malaysia und Bahasa Indonesia unterscheiden sich nur geringfügig. Die Indonesier haben uns immer die Tests auf Indonesisch ausgefüllt, dann war schon mal 90% richtig. 😉 Ich denke, es ist in etwa so wie British und American English. Man versteht grundsätzlich beides, würde bestimmte Wörter eventuell nicht oder anders verwenden,… Aber die Grundzüge und viele Vokabeln sind 1:1 gleich.

Also habe ich in Indonesien so ab und zu versucht, mein vergessen geglaubtes Bahasa wieder auszugraben. Ab und zu hat es sogar ein bisschen geklappt. Am leichtesten war es natürlich, mir so Sachen wie Bitte, Danke, Hallo, Guten Morgen,… wieder einzuprägen. Aber am Ende habe ich eine Balinesin verblüfft, als sie mich auf Bahasa fragte, wie es mir geht – und ich einfach antwortete und sie auch gleich fragte. 😉

Schade nur, dass man alles so schnell vergisst. Ein paar Wochen mehr und vielleicht die eine oder andere Situation, wo man gezwungen ist, Bahasa zu sprechen, würden bestimmt etwas bewirken… 🙂

Balinese landscapes and temples…

Die nächsten beiden Tage haben wir mit Touren quer durch Bali verbracht. Dabei hatten wir einen echt netten Fahrer mit dem wir am ersten Tag zu 3. und am zweiten Tag nur zu 2. unterwegs waren. Die Touren haben wir über die Touri-Info gebucht, was deutlich billiger ist, als bei den zahlreichen Reisebüros (die wollen teilweise bis zu 50€ p.P. haben!). Wir haben am ersten Tag je 140.000 IDR und am zweiten so 200.000 IDR bezahlt und haben eeeecht viel von der Insel gesehen!

Die Route am ersten Tag war: Goa Gajah (Elephant Cave Temple) – Tampak Siring (Holy Spring Water Temple) – Penelokan (Aussicht auf Lake & Mount Batur) – Besakih (größter Tempel am Fuße des Mount Agung) – Bukit Jambul (Rice Terraces) – Klungkung (Old Court of Justice)

Die Fahrt allgemein war sehr schön und interessant. Man sieht natürlich immer einiges vom täglichen Leben der Balinesen, sowie wunderschöne Landschaften. Einmal kamen wir bei einer Zeremonie vorbei, bei der auf offener Straße zwei (tote? lebendige? – wir waren uns nicht so sicher) Schweine gewaschen und geopfert wurden. Etwas makaber, aber interessant. Goa Gajah war recht schön, die Höhle an sich zwar nur ein kleines Loch, aber der Rest z.T. sehr schön im Dschungel gelegen. Leider mit nur 30min Stopp etwas wenig Zeit – der Nachteil bei solchen Touren, wenn noch jemand anders mit ist. Tampak Siring war seeeehr beeindruckend – man hat richtig gesehen, wie die Balinesen sich zeremoniell im Wasser gewaschen haben! Da viele andere Touris dort waren, kamen wir uns auch nicht sooo sehr wie Eindringlinge vor – es schien eher, als ob es den Balinesen total egal war. Die haben sogar selbst hunderte Fotos voneinander gemacht! Penelokan: Leider waren wir wirklich nur an einem Aussichtspunkt. Der Blick von dort auf See und Vulkane war zwar sehr schön, aber eben nur ein Blick. Schade, hätte gedacht, dass es auch ZUM See geht. Besakih: Wow und oh mein Gott!!! Wow, weil es echt beeindruckend war – riesig, toller Tempel, einfach…wow eben. OMG weil es echt schlimm war, was die Charaktere dort anging. Dies war der einzige Ort, an dem ich die Balinesen so richtig richtig negativ empfunden habe! Man hatte KEINE ruhige Minute, weil ständig jemand erzählte, dass man einen Guide brauchen würde, um einen Schritt weiter zu gehen, dass man den Tempel respektieren soll (wobei wir nie respektlos waren, sondern uns immer im Hintergrund hielten, nur vorsichtig Fotos machten etc.). Die wollten einem nur ein schlechtes Gewissen machen, dass man doch einen Guide nimmt…!!! Am schlimmsten war gleich am Eingang ein Posten, der sich als Touri-Info bezeichnete und auch genauso offiziell aussah – und ein Guestbook hatte, mit den Spalten: Name, Land,……Spende! Die wollten einen nur abzocken und so tun, als ob es respektlos wäre, wenn man ohne Guide geht!!! Das war alles so verblüffend echt gespielt, dass wir fast darauf reingefallen wären – und das OBWOHL unser Driver uns zwei Minuten vorher vor GENAU dieser Situation gewarnt hatte und geraten hatte, die Typen einfach zu ignorieren und weiterzugehen. Wir sind dann unter Drohungen und wüsten Beschimpfungen einfach abgehaut!!! HA! 😉 Ich war dann richtig sauer, dass es so was geben kann und konnte den Tempel gar nicht mehr richtig genießen. Ständig stand auch wieder jemand da und motzte uns an, dass wir einen Guide brauchen. Es war zwar schön, aber man fühlte sich die ganze Zeit verfolgt und unerwünscht und wir schlichen dann schon herum, um nicht wieder einen bösen Balinesen auf uns aufmerksam zu machen. Das war echt einer der krassesten, negativsten Momente, die ich je in Asien erlebt habe. Naja. Zum Glück sind nicht alle Balinesen so – auch wenn sie im Gegensatz zu den Javanesen doch um einiges – nennen wir es mal „gewinnorientierter“ – denken! Da sieht man, was der Tourismus an negativen Auswirkungen haben kann… 😦 Mittags sind wir dann eben nach Bukit Jambul – die Aussicht auf die Reisterrassen war schön, aber hätte man eigentlich in einer halben Stunde fertig genossen gehabt. Leider stand hier natürlich mitten in der Pampa ein superschickes, teures Touri-Restaurant, wo alle Touren hinkutschiert wurden und Mittagspause mit Reisfeld-Aussicht machten. Joa, ganz schön, aber unseres ist es halt nicht. Lustigerweise schlugen uns die Resto-Angestellten sogar einen günstigeren Preis für das Buffet vor, nachdem wir meinten, das übersteigt unser Budget. Hätten wir uns natürlich leisten können, nur wollten wir nicht. Also sind wir eher rundherum spaziert, haben unsere Jause gegessen und ein bissl in den Halb-Dschungel geschaut. Für die wartenden Fahrer waren wir damit auf jeden Fall eine Attraktion! 😉 Letzter Punkt auf der Agenda war dann der Old Court of Justice in Klungkung. Dieser war schön gelegen, von einem Teich umgeben und bestückt mit tollen Schnitzereien und Malereien! Hat mir gut gefallen! Und endlich mal wieder RUHE und weniger Touris… 🙂 Zurück in Ubud haben wir uns dann bei der Perama Bus Station abladen lassen und unser Bus+Bootticket für Nusa Lembongan gekauft. 140.000 IDR bringen uns zuerst zurück ins „geliebte“ Sanur und dann auf unser Inselchen. Dann sind wir supersuperlecker Pizza essen gegangen (Pizzeria Bagus – echter Tipp, wenn man mal wieder was Europäisches braucht). Das erste Mal war’s auch in Asien beim Italiener lecker und nicht soo teuer. Haben für Vorspeise, Pizzen, Getränke für uns beide umgerechnet so 10€ bezahlt – not bad… 😉 Danach schnell mit dem Moped-Taxi zur Touri-Info – die Legong Performance nachholen, die am Vortag ins Wasser gefallen war! Und die war einfach nur TOLL – unbeschreiblich. Unglaubliches Orchester mit Glockenspiel, Gong, Flöten,… Tänzer und Tänzerinnen in bunten, goldenen, bestickten Gewändern, mit Fächer, mit Blüten, mit Kopfschmuck, mit theatralischer Schminke…und ein Monster mit bunter Maske, das echt unheimlich wirkte! Die Tänze waren mal schnell, mal langsam, mal vier Tänzer, mal nur einer. Genial waren die gezielten, angespannten Bewegungen – alles sehr exakt und getimt! Auch die Augenbewegungen und die Mimik spielten eine wichtige Rolle und waren einfach nur faszinierend anzusehen… Kann man fast nicht beschreiben, muss man gesehen und erlebt haben!!! Bin immer noch geflasht davon, wenn ich zurückdenke… 🙂

Der zweite Rund-Tour-Tag. Auf der Fahrt haben wir diesmal viele Zeremonien gesehen: die tollste war eine Begräbnis-/Verbrennungszeremonie, wofür ein ca. 3m großer und 5m langer (ok, ich bin schlecht im Schätzen!) schwarzer Stier gebastelt wurde, der einfach nur gigantisch und toll aussah! Dazu noch eine hohe, goldbestückte Trage, in die der Tote gelegt wird. So wie ich es verstanden habe, wird danach alles zusammen verbrannt. Wegen dieser Zeremonie war dann einfach mal eine komplette Ortszufahrt gesperrt und wir mussten den ersten Programmpunkt auf später verschieben – aber war ja komplett egal. Es ging dann in den Nordwesten zum Lake Beratan mit tollem Seetempel (plus Zeremonie). In der Früh war hier noch alles schön ruhig und wir waren zuerst die einzigen Touris. 🙂 Danach ging es weiter steil in die Berge hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter zum Gitgit Wasserfall. Es war ein Stück auf einem gut gebauten Weg zu gehen, bevor man vor den Zwillingswasserfällen stand. War recht schön, aber nix sooo besonderes. Der nächste Stop war Lovina Beach mit dem schwarzen Vulkansand. War ganz nett für eine Pause, aber die Händler dort waren echt anstrengend und der Strand jetzt auch nicht DER Hammer. Next Stop: Hotsprings. Waren recht schöne Becken, das Wasser aber eher lauwarm als „hot“ 😉 Da die Sonne aber gerade ziemlich herunterbrannte, war uns selbst lauwarm zu warm und wir haben nur kurz die Füße hinein gehalten. Dann sind wir durch die tolle Landschaft rund um Munduk und an den anderen beiden Seen vorbei gefahren. Dabei gab es noch einige tolle Ausblicke auf ebendiese, den Dschungel und Reisfelder. Letzter Stopp war dann der eigentlich erste – der Royal Family Temple in Mengwi. Der war nochmal toll anzuschauen, aaaaaber: mit diesem Tempel ist eindeutig meine Tempel-Übersättigung eingetreten!!!! Schön langsam schaut alles gleich aus und man denkt nur mehr „halt noch ein Tempel“… 😉 Am Abend waren wir in Ubud noch ein bisschen Shoppen. Die Shops in Ubud sind viele so „artisty boutiques“ – halt teuer wie bei uns, aber echt echt geniale, stylische Kleider! Schade, dass ich manchmal so geizig zu mir selbst bin… 😉

Zusammenfassend hat mir an den beiden Tagen folgendes am besten gefallen, was ich als Sights weiterempfehlen würde:

– Tampak Siring

– Legong Performance

– Lake Beratan mit See-Tempel (in der Früh, vor den Massen!)

 

Besakih ist den hassle nicht wert. Eine Radtour rund um Ubud hätte ich echt noch gerne gemacht…

 

 

 

Ubud – das Paris Indonesiens!

Es war absolut die beste Idee, nach Ubud weiterzuziehen! Hier ist es echt super. Mit dem Shuttlebus von Perama hat alles perfekt geklappt, wir waren nach nicht mal einer Stunde in Ubud. Ganz ungewohnt, so kurze Fahrzeiten in SOA. Dort war ich mal wieder geizig und wollte Taxi sparen. So sind wir zu Fuß die ganze Monkey Forest Road mit den Rucksäcken entlang… Auf der Karte sah es halt nicht so weit aus! 😉 Unsere Unterkunft – das Gandra House – ist echt toll!!! So ein schmuckes Häuschen mitten im Grünen ganz für uns allein – mit großem Bett für mich und v.a. auch großem, sauberen Bad. Da macht das Duschen wieder Spaß! Allein der Eingang bzw. die Tür ist schon toll mit detaillierter Holzschnitzerei… Genial! Alles in allem fühle ich mich ein bissl, als würde ich in einem Tempel wohnen. Wir haben auch eine kleine Terrasse, auf der man gemütlich sitzen und gratis Tee trinken kann. Ja, hier könnte man wohl Wochen oder gar Monate hängenbleiben… 140.000 IDR inkl. Frühstück (was sich als das leckerste unserer Reise herausstellen sollte) – da kann selbst ich nicht mehr meckern. 😉

Wir haben uns dann in alle Ruhe Ubud angeschaut. Zuerst zur Touri-Info und für den Abend Tickets für eine Legong Tanzperformance gekauft. Bin gespannt! Danach haben wir den Palast und die Tempel rundherum angeschaut – wunderschön! Die Steinfiguren sind faszinierend und mit vielen Details bestückt. Und dazwischen sehr viel Grün: Pflanzen und Blüten überall! Ubud ist insgesamt eine sehr grüne Stadt und aus jeder Perspektive ergibt sich ein neuer Blickwinkel. Besonders toll war der Water Palace Tempel – mit Lotusblüten überall – schööööön. 🙂 Nachher sind wir auf den Markt, der sich aber eher aus Touri-Kram zusammensetzt. Den Local Market im Innersten haben wir irgendwie nicht gefunden. Aber dafür haben wir halt beim Touri-Kram zugeschlagen und Mitbringsel gekauft. War aber ziemlich anstrengend mit den Händlern… Also erst mal eine Stärkung danach im „Buah Buah“ Restaurant – eher kleine, snack-ähnliche, sehr hübsch dekorierte Portionen. Aber vom Preis her angepasst und es hat uns gereicht. Danach haben wir kurz unseren Touri-Kram ääähmm…unsere „Schätze“ ins Gueshouse getragen und dabei leider festgestellt, dass mir der Schuh-Verkäufer Sandalen in zwei unterschiedlichen Größen gegeben hatte – Mist. Den Nachmittag haben wir dann im Monkey Forest verbracht. Der Weg dorthin ist schon ein gutes Stück, aber naja. Der Forest an sich war toll: Tempel und Steinskulpturen mitten im Dschungel von Moos und Flechten bewachsen…und dazwischen lauter freche Makaken, die sich um Bananen stritten, sich lausten, gegenseitig jagten oder auch mal einem Touri eine Wasserflasche klauten! (Nein, nicht mir!) War echt lustig anzuschauen.

Am Rückweg hat es leider wieder mal ziemlich zu regnen, ähh schütten, ähhh Weltuntergang…begonnen. Daher kurz nochmal ins Quartier, bevor wir zur Touri-Info mussten (Dance Performance). Den Weg zur Info sind wir dann mehr geschwommen, als gegangen – alles stand unter Wasser. Nur um festzustellen, dass wir eine Stunde zu früh waren, weil uns die falsche Uhrzeit mitgeteilt wurde…grml. Aber dafür habe ich in der Zeit einen netten Engländer-Pakistani kennengelernt, der eine ähnliche Route und Reiseart hatte und sich somit eine nette Unterhaltung für diese Stunde ergab. Wir fuhren dann zum Performance-Ort, nur um festzustellen, dass diese – wort-wörtlich – ins Wasser fällt, da die Bühne unter Wasser stand. Schade!!! Toll war aber, dass wir die Tickets einfach gegen eine andere Performance am nächsten Tag tauschen konnten – gut, dass wir bei der Info und nicht bei einem Händler auf der Straße gekauft haben… Waren dann noch in einem kleinen Warung was essen und dann im LP-Tipp „Juice Ja Café“ – so ein richtiger Öko-Schuppen für Pseudo-Aussteiger und Alternativler. War lecker, aber preislich komplett wie daheim. Und irgendwie hat man sich auch eher so gefühlt – lauter Touris und Möchtegern-Öko-Freaks… 😉

Destination: Everywhere