Das Fernweh plagte mich mehr und mehr, ein größerer Trip stand jedoch nicht vor der Tür. So ging es Mitte Februar kurzerhand nach Andalusien – Sevilla und Cordoba wollten wir und anschauen. Wir erhofften uns außerdem einen kurzen Ausbruch aus dem grau-kalten Winter in Amsterdam – das hat nicht ganz geklappt, aber besser als im Norden war es immerhin! 🙂

Diesmal ging es Freitag früh Richtung Flughafen und nach einem doch recht langen Flug kamen wir mittags in Sevilla an. Mit dem Flughafenbus waren wir recht schnell in der Innenstadt – auch wenn es am Flughafen noch ein kurzes Drama gab: Ich hatte meinen Reiseführer im Flieger liegen lassen und die Angestellten konnten (oder eher: wollten) ihn trotz genauer Beschreibung nicht finden. Hmmmpf. Dann eben zum ersten Mal ne Reise ohne Reiseführer!
Also nach Ankunft erst mal zur Touri-Info und Weg zum Hotel erklären lassen. In meiner Karte im Reiseführer wäre der eingezeichnet gewesen… Unser Hotel Simón lag nur 1-2 Gehminuten von der Kathedrale entfernt in einer etwas ruhigeren Seitenstraße. Während die Zimmer eher einfach waren, überraschte der tolle Innenhof.

Nach einer kurzen Stärkung ging es los zur ersten Erkundung. Nachdem es gerade zu nieseln anfing, entschlossen wir uns erst mal die Kathedrale von innen zu besichtigen. Wow – schon ziemlich beeindruckend, und einfach riesig! Der Weg nach oben war zwar ein weiter, jedoch wurden wir mit einer super Aussicht belohnt und konnten uns schon mal eine Übersicht über Sevilla verschaffen. Am tollsten fand ich jedoch den Innenhof, in welchem wir zum ersten Mal die Orangenbäume sahen, für die Andalusien so bekannt ist. Schon genial, dass diese Früchte einfach vor deiner Nase wachsen 🙂

Wir spazierten dann weiter durch die kleinen bunten Gassen, vorbei an schönen Kirchen und Häusern bis zum Metropol Parasol – einem pilzartigen Schirm aus Holz, der einen kompletten Platz überspannt. Moderne Architektur kann auch schön sein!

Abends unternahmen wir dann noch einen kleinen Spaziergang zur Plaza de Espana – einem riesigen, äußerst beeindruckenden Platz…seht selbst:

Am zweiten Tag wollten wir den Rest der Innenstadt sehen und sind so stundenlang durch die Straßen und Gassen spaziert, von einer Kirche zur nächsten. Neben den vielen schönen Kirchen haben wir uns noch die Casa de Pilatos angeschaut – ein Palast aus dem 16. Jh, den sich der Adel damals erbaut hatte. Hat mich etwas an Marokko erinnert…

Nach so viel rumlaufen mussten wir uns natürlich auch mal etwas stärken. Zeit für Tapas! Während ich mir einen Queso Fondido gönnte, gab es für Mathijs eine flambierte Wurst. Jedoch war uns lustigerweise beiden nicht bewusst, dass wir den Alkohol einfach verbrennen lassen mussten und die große Flamme auf unserem Tisch hat mich dann schon etwas beängstigt 😉 Ende gut, alles gut, auch die Tapas selbst!

Der dritte Tag war dann Cordoba gewidmet. Mit der Bahn düsten wir früh morgens nach Cordoba, ein süßes kleines Städtchen in dem uns ein sehr wechselhafter April-Wetter-Tag erwartete. Sonnten wir uns in einer Minute noch, mussten wir in der nächsten schnell den Schirm aufspannen!
Cordoba ist vor allem für zwei Sehenswürdigkeiten bekannt: Die Mezquita und das Alcazar de los Reyes Cristianos. Nachdem die Mezquita gleich für einige Stunden schließen sollte, machten wir uns erst auf zum Alcazar – ein burgähnlicher Palast mit großem Garten. Die Aussicht vom Turm war recht schön und von hier ließ sich das Regen- / Sonnen-Spiel sehr toll beobachten.

Nachmittags statteten wir dann der Mezquita einen Besuch ab. Die ehemalige Moschee wurde in eine Kathedrale umgebaut und während sie von außen einer solchen ähnlicher schaut als einer Moschee, ist es im Innerern umgekehrt. Typisch und bekannt für die Moschee sind die hunderten rot-weiß gestreiften Säulen. Wirklich beeindruckend und viel größer, als erwartet!

Den Rest des Tages spazierten wir durch die vielen süßen Gassen der Kleinstadt. Abends hatten wir dann leider ein Problem mit unserem Zug, der 2h Verspätung hatte. Glücklicherweise durften wir dann einen anderen Zug nehmen (normalerweise ist man mit dem Ticket fixiert), und mussten nicht noch gar 3 oder 4 weitere Stunden warten. Who knows!
Für den letzten Tag in Sevilla hatten wir uns das Highlight aufgehoben – das Real Alcazar, den königlichen Palast. Und es war für mich auch definitiv das Highlight! Ein Großteil des Gebäudes wurde von der maurischen Bauweise beeinflusst – wieder wurden Erinnerungen an Marokko wach…

Danach kommt man hinten in den riesigen Park des Palastes – wunderschön mit Palmen und Orangenbäumen bepflanzt. Nachdem wir nun auch endlich perfektes Wetter hatten, sind wir hier viel herumgelaufen, haben die Sonne genossen und immer wieder neue schöne Ecken entdeckt.

Nachdem wir noch etwas Zeit hatten, entschlossen wir uns dann nochmals bei Tag zum Plaza de Espana zu laufen. Auch im Sonnenschein absolut beeindruckend und einfach – riesig! Besonders schön der kleine Kanal, auf dem man mit Booten herumfahren konnte.

Danach war es auch schon Zeit, Abschied von Sevilla zu nehmen. Ein letztes Mal schlugen wir uns noch mit diversen Tapas den Magen voll, dann ging es wieder heimwärts… Andalusien sieht mich jedoch bestimmt wieder – es gibt hier noch so viel zu sehen! Wenn ihr noch mehr Fotos sehen wollt, klickt hier 🙂
