Abenteuer Guatemala – Teil 2

03.02.-04.02.2012 Nebaj

Nach einer lagen, langen Minibus (colectivo)-Fahrt sind wir am 03.02. in Nebaj in den Bergen von Guatemala angekommen. Die Fahrt war ein Abenteuer fuer sich: 4mal umsteigen, eine der wildesten Strassen, die ich jemals gesehen habe (Ersatz fuer die normale Strasse, die seit einem Erdrutsch vor einigen JAHREN unpassierbar ist), die vollsten Busse allerzeiten. Ich bin noch nie so laneg so unbequem gesessen – wenn man das sitzen nennen kann 😉 In Nebaj haben wir uns dafuer gleich wohl gefuehlt. Eine suesse kleine Stadt mitten in den Bergen – wenn auch sehr sehr kuehl aufgrund der hohen Lage. Unser Plan war eigentlich eine 5-taegige Trekkingtour nach Todos Santos zu machen. Allerdings war uns das Wetter zu unsicher (am ersten Tag hat es nur geschuettet), sodass wir stattdessen nur eine Tour ins Nachbardorf Akumal gebucht haben. Die Tour entpuppte sich als lockerer Spaziergang von nur ca 2 Stunden, aber es war trotzdem wunderschoen: Strahlend blauer Himmel, tolles Panorama, ein bisschen wie ein lauer Herbsttag in Oesterreich… …und einen netten guatemaltekischen Guide, der aus Akumal kommt und bei dessen Familie wir ein sehr traditionelles Essen genossen haben. Glueck hatte dich dafuer am Anfang des Treks als auf einmal eier der Hunde, die uns nachliefen auf mich zustuermte und mich am Knoechel biss. Glueck deshalb, weil er nur meinen Schuh erwischte und nicht mich direkt…

05.02.2012 Chichicastenango

Leider haben wir Nebaj irgendwie zu schnell verlassen – aber das basierte auf dem grausigen Wetteram ersten Tag. Und darauf, dass am Sonntag Markttag in Chichicastenango ist – den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Chichi selbst hat uns nicht so sehr gefallen – chaotische eher unattraktive Stadt. Der Markt ist natuerlich zum Grossteil sehr auf Touristen ausgerichtet, aber das war uns ja klar und wir wollte ja auch einige Souvenirs kaufen. Insgesamt hat es schon echt Spass gemacht, durch die Staende zu schlendern, die bunten Stoffe zu bestaunen und mit den Haendlern zu verhandeln. 🙂 Und natuerlich habe ich einiges Geld ausgegeben, aber auch ein paar sehr schoene Souvenirs gekauft! Shopping macht muede und laenger als einen halben Tag bringt der Markt eigentlich auch nix. Deshalb ging es dann sofort mittags weiter nach Xela, unserem naechsten Stopp.

06.02.-12.02.2012 Quetzaltenango (Xela) und Umgebung

In Xela und Umgebung haben wir uns laenger aufgehalen als geplant! Das liegt vor allem am tollen Trekkingangebot der Quetzaltrekkers. Die QT sind eine gemeinnuetzige Organisation, die Trekkingtouren in der Umgebung von Xela anbietet. Die Guides sind Freiwillige und die kompletten Einnahmen kommen Schulen zugute. Xela selbst ist eine nette Stadt, aber hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Die Trekkingtouren dafuer umso mehr! 🙂

Als erste Tour haben wir den 3-Tages-Trek von Xela zum Lago Atitlan gebucht. Die Wanderung war ein echtes Erlebnis!! Verschiedenste Landschaften, tolle Ausblicke, eine einmalige Gruppe aus verschiedensten Laendern,… Wir hatten viel Gepaeck und es war wirklich anstrengend, den schweren Rucksack mit Wasser, Essen, Schlafsack, Isomatte etc. so lange zu tragen – bergauf, in der Hitze,… Aber es hat sich sooooo ausgezahlt!!! Geschlafen haben wir am ersten Tag in einem halb verlassenen Geisterdorf in einer leeren Gemeindehalle am Fussboden. Das klingt jetzt unbequemer als es eigenltich war – und wenn man so kaputt ist, kann man sowieso ueberall schlafen… 😉 Das tolle war, dass jemand im Dorf eine Sauna besitzt (ok, Sauna ist ein bissl uebertrieben – es war mehr so wie ein Backofen in den man sich zu 3. reinquetschen konnte) und wir diese benuetzen durften! Das tat so gut, nach dem ersten langen Tag und der ganze Dreck wurde so richtig schoen rausgeschwitzt 😉 Gegessen haben wir in den Tagen sehr sehr lecker und reichlich – immer wieder wurden Snack-Pausen gemacht, wo es Studentenfutter, Chips oder Aehnliches gab. Mittags wurde gejausnet: Salat, Guacamole, Chips, Brot, verschiedene Aufstriche,…ich habe noch nie in den Bergen so gut gegessen! Der zweite Tag war natuerlich noch anstrengender, man hat die Muskeln schon gespuert, ich hatte eine Scheuerstelle am Ruecken vom Rucksack und es ging nochmal richtig steil rauf. Nachmittags hatten wir einige Flussueberquerungen dabei, die eine willkommene Abkuehlung waren. Beendet haben wir den Tag in einem kleinen Dorf, wo wir bei einem Freund der QT in einem leeren Wohnraum uebernachten durften. Davor jedoch gab es als Willkommensueberraschung fuer jeden einen leckeren Fruchtshake, ein grosses Abendessen und ein voooooooll gemuetliches Lagerfeuer wo wir Marshmallows bis zum Umfallen gegrillt haben! Lecker!!! 🙂 Am letzten Tag war schon um 3.45 Uhr Tagwache, da wir den Sonnenaufgang von einem Mirador ueber dem Lago Atitlan aus sehen wollten. Wir kamen dort an als es noch komplett dunkel war und haben so alle Stimmungen mitbekommen – es war einfach grandios!! Den dunklen See zu unseren Fuessen, die Lichter der kleinen Doerfer am See, die dunklen Vulkane, die den See umrunden – und in der Ferne der aktive Vulkan Fuego, der immer wieder ein bisschen Lava spukte, die dann orange im Dunklen leuchtete. TOLL! Als dann schoen langsam die Sonne raus kam, haben wir tausende Fotos geschossen und einfach nur mehr gestaunt – einer der tollsten Sonnenaufgaenge, die ich jemals erlebt habe! Worte koennen das gar nicht wirklich beschreiben… Der Abstieg war dann eine lockere Angelegenheit und nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen hiess es leider Abschied nehmen von der netten Gruppe. Die meisten blieben am Lago, waehrend wir zurueck nach Xela fuhren um nach einem Tag Pause den naechsten Trek zu machen…

…der uns auf den Vulkan Tajumulco fuehren sollte, der mit 4.220m der hoechste Berg in Zentralamerika ist. Leider ist Simon davor krank geworden, sodass ich den Trek allein starten musste. Und dieser Trek war zwar nur 2 Tage lang, aber VIEL anspruchsvoller, als der Lago Trek. Im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich den Lago Trek vorher gemacht habe, um so ein bissl ins lange wandern reinzukommen. Fuer den Tajumulco hatten wir naemlich nochmal viel viel mehr Gepaeck – v.a. Wasser, da es dort keine Quellen oder Aehnliches gibt. Ausserdem mussten wir natuerlich noch Zelte mitschleppen, da das Nachtlager diesmal draussen sein sollte. Am ersten Tag ging es bis zum Lagerplatz auf ca. 4.000m Hoehe und jeder einzelne Schritt war ein Kampf, eine Qual, eine Herausforderung, ein Erfolg. Die duenne Luft raubt dir die letzte Kraft und der schwere Rucksack noch dazu…zwischendurch habe ich oft gezweifelt, ob ich es wirklich hinauf schaffe! Im Lager angekommen war es eiseiskalt, auf einmal waren wir von Wolken umringt und es hat leicht geschneit / genieselt. Brrrrr!!! Ich hatte meine waermsten Klamotten an und echt einige Schichten davon UND eine ausgeborgte Daunenjacke – und trotzdem habe ich gefroren Ende nie. Ausserdem hatten wir alle etwas schlechte Laune, weil wir eigentlich auf einen schoenen Sonnenuntergang am Cerro de Concepcion (kleinerer Nachbargipfel) gehofft hatten. Trotz miesem Wetter sind wir dann auf den Cerro de Concepcion rauf – und hatte riesen Glueck!!! Was wir dort sahen uebertraf ALLE unsere Erwartungen! Das unglaublichste Wolkenschauspiel, das ich jemals erlebt habe! Auf ca. 3.500m (?) war eine dichte, tiefere Wolkendecke, die untergehende Sonne aber darueber. Die Sonne war jedoch von Nebelschwaden verdeckt, die rasend schnell vorbei zogen – wie im Zeitraffer aufgenommen!! In diesen Nebelschwaden gab es immer wieder kleine Loecher, die den Blick auf Sonne, geniale Wolkendecke, hoehere Berge und blauen Himmel freigab. Einfach ein Traum. Am Ende riss es dann aber immer mehr auf, sodass die Farbkombinatinoen aus untergehender Sonne, verschiedenen Wolken und Bergen, Schatten,… einfach unglaublich wurden! 🙂 Unbeschreiblich schoen… Im Lager gabe es Heissgetraenke, Abendessen und ein Lagerfeuer – aber wir waren so kaputt, dass wir ca. um 8 Uhr alle im Bett lagen. Im Zelt war es zu 5. wirklich eng, und trotzdem eiskalt. Viel geschlafen habe ich daher nicht und war eigentlich froh, als um 3.45 Uhr wieder Tagwache war, um den Tajumulco zu besteigen und den Sonnenaufgang dort zu bebachten. Der Aufstieg war leichter, da wir das Gepaeck im Lager lassen konnten. Schlafsack und Isomatte hatten wir zum Glueck alle mit – oben pfiff naemlich der eisigste Wind, den ich je erlebt habe. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so gefroren zu haben, die Traenen sind einem vom eisigen Wind richtig uebers Gesicht gelaufen und ich wusste nicht mehr, wie ich meine schmerzenden Haende und Fuesse irgendwie warm kriegen koennte. So war es ein bitteres Warten auf den Sonnenaufgang und somit etwas mehr Waerme… Der Sonnenaufgang war auch wirklcih schoen und einmalig. Jedoch konnte ich es wirklich nicht so geniessen, da mir einfach ZU kalt war. Nach einem Fruehstueck im Lager ging es an den Abstieg, der locker war und waehredn dem man sich endlich mal wieder unterhalten konnte. Ausserdem hatten wir wieder echt Glueck mit dem Wetter, sodass die Aussicht in alle Richtungen einfach nur HAMMER war!!! Unten angekommen assen wir dann noch in einem Restaurant recht lecker Mittag und machten uns dann auf zur langen Busfahrt zurueck nach Xela. Ein Bus war IRRE und ich hab mir nur gedacht „wenn ich das ueberlebe, dann ueberlebe ich ALLE“ – naja ich lebe ja zum glueck noch 😉 In Xela sind wir vom Terminal zu den QT noch 30min zu Fuss gegangen, was dann auch schon egal war. Total kaputt angekommen, ins Bett gefallen, Ende! 😉

13.02.-15.02.2012 Lago de Atitlan

Am Lago Atitlan haben wir weniger Zeit verbracht, als gedacht. Zum einen, weil wir usnere Zeit in Guatemala schoen langsam zu einem Ende bringen wollten, zum anderen weil es dort eigentlich nicht sooo viel zu tun gibt. Der See ist wunderschoen, aber die tollste Aussicht davon hatten wir wohl schon beim Lago Trek. Daher waren wir jetzt auch nicht soo motiviert, nochmal wandern zu gehen. Untergekommen sind wir im Dorf Santa Cruz in einem Hostel mit halboffenem Schlafsaal – La Iguana Perdida. Schoene Lage, aber sehr abgeschieden und daher eher teuer. Ich habe dort meinen Altitude Specialist gemacht (Tauchen) und Simon war Paragliden. Das Tauchen im See war eine interessante Erfahrung, aber eher langweilig, weil man nicht besonders viel sieht und die Sichtweite auch nicht besonders hoch ist. Einen halben Tag haben wir noch in Panajachel verbracht, das sehr touristisch ist – aber eigentlich sonst ganz ok. Danach ging es zu unserem letzten Stopp in Guatemala…

16.02.-18.02.2012 Antigua

In Antigua haben wir eher relaxte Tage verbracht. Es ist ein nettes kleines Staedtchen, mit ein paar schoenen Bauten und bunten Haeusern. Insgesamt war ich aber eher enttaeuscht, da ich mir mehr Sightseeing erwartet hatte. Aber soo besonders viel ist da gar nicht, wenn man mal alle Kirchen durch hat. Und die Eintrittspreise waren dann doch ziemlich hoch! Was in Antigua super war, war, dass wir zum ersten Mal in Zentralamerika Couchsurfing probiert haben. Geschlafen haben wir zwar ziemlich unbequem am Boden, aber dafuer hatten wir eine sehr lustige Zeit mit unseren Gastgebern, die uns die Stadt und auch das Nachtleben ein bisschen gezeigt haben. Ausserdem hatten wir ein ziemlich eindrueckliches Post-Erlebnis, als wir ein Packerl nach Hause schicken wollten. Es hat sage und schreibe 2 Stunden gedauert, bis das Paket absendefertig war!!! Super umstaendliche Formulare, Fotos vom Inhalt, Erklaerungen unterschreiben etc. Und billig war’s auch nicht!! Nach einer letzten Partynacht mit unseren Hosts sind wir dann recht verkatert am naechsten Tag weiter, mit dem Ziel, die Grenze nach Honduras zu ueberqueren…

Guatemala hat mich sehr sehr positiv ueberrascht und das Monat dort war auf keinen Fall zu lange – es gaebe noch viel mehr zu sehen…mehr dann in meinem Summary in Kuerze! 🙂

2 Kommentare zu „Abenteuer Guatemala – Teil 2“

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