Archiv der Kategorie: Europe

Rund um den Neusiedlersee

Vor ein paar Wochen habe ich mit meinem Papa eine Radtour rund um den Neusiedler See unternommen. Die Natur dort ist echt wunderschön, mit vielen Sonnenblumenfeldern und teilweise unendlichen Weiten. Allerdings war es extrem heiß, fast kein Schatten und für mich als „Untrainierte“ ganz schön anstrengend. V.a. die Unterkunftssuche auf der ungarischen Seite entpuppte sich als schwieriger, als zuerst vermutet.

Lustigste Anekdote des Wochenendes: Kurz vor Ungarn fragt mich Papa „Du, haben die in Ungarn eigentlich den Euro?“ Ich: „Ähhhhhmm!?!? Keine Ahnung. Du bist doch der Währungsexperte.“ Beim ersten Restaurant Stopp, Blick auf die Speisekarte – nix mit Euro, hier steht alles in Forint! 😉 Ich hole meine Handys raus, versuche irgendwie übers Internet den aktuellen (komplizierten) Wechselkurs zu erfahren. Wir suchen nach einem Bankomaten und finden keinen. Aber zum Glück haben die Ungarn auch unsere Euros (trotz Krise…!?) gerne genommen. Oft zu erstaunlich günstigen Wechselkursen. Achja, und Ungarn ist bis auf die Unterkünfte SPOTTBILLIG. Ich war über jeden Preis jedes Mal wieder fasziniert. Da ist man nur kurz über der Grenze und schon gibt es ein Abendessen beim Italiener inklusive Getränke um nur 14€ und die Eiskarte hört beim Maximal-Preis von 3,50€ auf! WTF!??! Wie geil ist das denn. Ich glaub ich hab eine europäische Alternative zu Thailand gefunden. 😉

Hier die Fotos von unserem Rad-Hitze-Abenteuer:

Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand…

Dieses Lied fällt wahrscheinlich den meisten Menschen spontan zu Moskau ein. Meine Lieblingstextzeile ist allerdings „und wir tanzen auf dem Tisch, bis der Tisch zusammenbricht“ – einfach, weil es so ein schöner Reim ist. Und weil es sich mit der Vorstellung von Wodka-trinkende-Moskowitern (ja, die heißen echt so) in ein rundes Bild bringen lässt.

Letztes Wochenende war ich mit meiner Mama vier Tage in Moskau, um meine Schwester zu besuchen, die gerade in Vladimir (Betonung bitte auf dem ersten I) studiert. Wir haben es uns allerdings verkniffen, Gläser an die Wand zu werfen, da wir von den vielen Polizisten und Wachen etwas verängstigt waren. Auf dem Tisch getanzt haben wir leider auch nicht, obwohl das bestimmt lustig gewesen wäre, vor allem nach unserem Wodka-Versuch.

Sightseeing-mäßig haben wir natürlich alles abgeklappert, was man so von Bildern aus dem Fernsehen kennt: Roter Platz mit Historischem Museum, Basilius-Kathedrale und Kaufhaus GUM, den Kreml mit seinen vielen Kirchen, die Christ-Erlöser-Kathedrale, den Ismailowski Markt (Matrjoschka-Shopping), die Sperlingsberge, den ‚Theaterplatz mit dem Bolschoi-Theater, den Skulpturenpark, den Gorki Park uvm. Ich bin mir sicher, dass mir jetzt nicht alles einfällt. 😉 Außerdem sind wir am Arbat auf und ab geschlendert und haben die Tretjakow Galerie besucht (sehr zu empfehlen).

Am meisten beeindruckt haben mich die Basilius-Kathedrale und das Bolschoi – weil ich die beiden einfach schon immer sehen wollte. 🙂 Ein weiterer persönlicher Höhepunkt für mich war der Besuch einer Ballett-Aufführung, die wir Dank Liesis toller Russisch-Kenntnisse um einen Spottpreis von nur 25€ zu sehen bekamen. Und was haben wir gesehen? Den Nussknacker! Toll, oder? In der Stadt des Balletts eines der bekanntesten Stücke. Es war wunderschön, die Musik toll, die Gewänder schön, die Tanzkünste und v.a. Pirouetten beeindruckend.

Was habe ich dazu gelernt, was hat mich neben den Sights beeindruckt?

Die Russen – lächeln nicht unter Fremden. Sie sind einfach kein offenes, übersprudelndes, temperamentvolles Volk. Positiv überrascht hat mich die ungeheure Hilfsbereitschaft jedes einzelnen Menschen, den wir im Laufe der Zeit nach dem Weg gefragt haben. Kann aber auch sein, dass das daran lag, dass wir eine Russische Fremdenführerin mit hatten (Danke nochmal – Liesi!).

Kyrillisch – ist gar nicht so schwierig. Ich rede jetzt nicht vom Verstehen, sondern lediglich vom Lesen bzw. Entziffern. Man muss sich halt einfach bildlich merken, welche Linienformation welchen Buchstaben bedeutet. Ich habe es schnell am letzten Tag gelernt, da Liesi schon früher losfahren musste. Ohne Kyrillisch bist du aufgeschmissen. In der U-Bahn steht alles nur in der Russischen Geheimsprache – Stationen, Namen, Ausgänge,…

Die U-Bahn – ist aufgrund der Kyrillischen Bezeichnungen eine kleine Herausforderung. Dazu kommt, dass viele Stationen mehrere Namen tragen – je nachdem, von welcher Linie man ankommt. Dann gibt es Übergänge, wenn man Umsteigen muss. Man muss sich also immer noch einen Stationsnamen mehr merken, und das auf Kyrillisch. Der Lohn für die Herausforderung sind die vielen wunderschönen Ringstraßen-Stationen. Die U-Bahn selbst ist wirklich eine Sehenswürdigkeit, auch die uralten Waggons.

Moskau selbst – ist keine schöne Stadt. Nicht falsch verstehen, das Wochenende war wirklich toll und von den Sights habe ich ja schon geschwärmt. Aber die Stadt an sich hat für mich kein Flair, es gibt kein wirkliches Zentrum, lauter breite Autobahn-artige Straßen, alles weit und breit und groß, aber eben eines nicht: schön.

Wodka trinken – Eigentlich habe ich erwartet, quasi an jeder Ecke einen Russen mit einem Flachmann zu sehen. Oder gleich direkt mit der Flasche. Allerdings habe ich selbst beim Essen immer nur Bier oder Wein auf den Tischen der Nachbar gesehen. Komisch!? Er schmeckt übrigens sehr lecker, der russische Wodka. Wer das Ding mischt, kann nicht ganz klar bei Verstand sein! Aufgrund der sinnbefreiten 1-Liter-Alkohol-Import-Regelung zieren nun leider nur zwei 0,5 Liter Flaschen mein Regal. Man!

Russisches Essen – Hier hat sich mein Vorurteil bestätigt: Russen sind Fleischfresser. Die vegetarische Auswahl ist etwas eingeschränkt, vor allem wenn man mal was „Festes“ essen möchte. 😉 Trotzdem habe ich (fast) immer etwas gefunden. Die Teigtaschen und Brote sind sehr zu empfehlen, nur aufpassen, die sind manchmal auch nicht ganz Vegetarisch (Fliege-im-Brot-Alarm!).

Matrjoschkas – gibt es in allen erdenklichen Ausführungen. Und wenn ich sage alle, dann meine ich alle. Mama hat einen Winnie Puh gekauft, man kann aber auch Putin, Obama, Christiano Ronaldo und andere Gestalten erstehen. Es gibt Matrjoschka-Ohrringe, Weihnachts-ultimativ-Glitzer-Matrjoschkas, Stehaufmännchen-Matrjoschkas und Riesen-Matrjoschkas. Du hast die Wahl, du hast die Qual. Oder so.

Militär-Besessenheit – Gut, nicht jede Gesellschaft kann so besessen darauf sein, nur ja mit der Vergangenheit abzuschließen, wie wir Österreicher. Verlangt ja auch keiner. Aber das, was man in Moskau erlebt, ist nicht die Tendenz oder der Versuch, abzuschließen. Sowjetnostalgie und Lenin sind „in“, für Kinder gibt es Panzerluftballons zu kaufen, an den Souvenirständen lagern Militärkappen mit Orden, Orden selbst, und Flachmänner (ähm, ist die Mehrzahl ok so!?) mit SSSR-Beschriftung, rotem Stern & Co. Ich bin mir sicher, jeder Russe besitzt mindestens ein „I love Lenin“-Tshirt. Let’s be nostalgic.

Und hier geht’s zu den Fotos (Klick das Bild):

Stockholm: Im Venedig Skandinaviens

Mitte Mai habe ich ein langes Wochenende in Stockholm verbracht. Die Stadt wird aufgrund ihrer Lage auf vielen, vielen kleinen Inseln häufig als „Venedig Skandinaviens“ bezeichnet. Außer der Wasserlage haben die beiden meiner Meinung nach aber nicht viel gemeinsam…

Gestartet bin ich schon Donnerstag Abend, direkt aus der Arbeit ging es mit Austrian Airlines überpünktlich gen Norden. Mit dem Bus in die Stadt bis T-Centralen, wo mich Kathi netterweise abgeholt hat, obwohl es schon Mitternacht war. 🙂 Sie brachte mich dann noch bis zu meinem Couchsurfing Host, der erst mal ein bissl überrumpelt war, als er ZWEI Mädels vor sich gesehen hat. 😉 Ich bin dann eigentlich nur mehr ins Bett gefallen und habe gut – wenn auch nicht sehr lange – geschlafen. Die kurze Nacht hatte den Grund, dass es schon sehr früh sehr hell wurde (lange Tage) und die Sonne bei mir genau herein schien.

Habe mich dann mit Kathi getroffen und erst mal mein Standard-Frühstück für die nächsten drei Tage kennengelernt: Kannelbulle (Zimtschnecke – sehr süß, sehr lecker) und Kaffee, schön in der Sonne auf einer Bank. 🙂

Die nächsten Tage haben wir alle möglichen kleinen Inseln erkundet – unter ihnen natürlich die Altstadt Gamla Stand mit ihren süßen kleinen Gassen. Außerdem haben wir eine Zeit in Södermalm verbracht, dem alternativen Viertel Stockholms. Dort waren wir Samstag Abend auch etwas trinken und haben eine echt geniale Location gefunden – da würde ich wohl öfter hinschauen! Auch Djurgarden haben wir zu Fuß erkundet – die grüne Oase der Stadt, die hinten raus in einen Nationalpark übergeht. Dort hatten wir auch die „geniale“ Idee, uns ein Tretboot zu leihen und Djurgarden zu umrunden. Die Runde ging sich nicht ganz aus, so bei einem Achtel der Strecke haben wir aufgegeben und es fast nicht mehr zurückgeschafft. Die Strömung war an vielen Stellen so stark, dass wir fast nicht vom Fleck gekommen sind. Besonders gut gewartet waren die Boote wohl auch nicht – und die Plastiksitze so unbequem, dass wir danach einen ganz blauen Rücken hatten. Als wir es schließlich zurück zur Anlegestelle geschafft hatten, haben unsere Knie richtig gezittert und wir konnten fast nicht mehr gehen. Puhhhh… was für ein Abenteuer! Daran werde ich mich wohl noch lange erinnern,… 😉 Also allen, die es vorhaben, sei davon abgeraten in Stockholm ein Tretboot auszuleihen……….

Am Samstag sind wir sogar raus aus Stockholm „aufs Land“ gefahren – in die kleine Stadt (Dorf??) Waxholmen. Dort war es idyllisch-schön, fast schon kitschig. Wir haben ein absolut süßes, kleines Café gefunden, man hat sich gefühlt wie in einem alten Skandinavien-Film. Draußen im Garten, direkt am Wasser, standen lauter weiße Tischchen und Stühlchen, die Teller hatten diese genialen Muster,…….. Toll war das 🙂 Und leckeren Kuchen hatten die.

Ansonsten haben wir die Tage viel gepicknickt und die komplette Zeit im Freien verbracht. Gefühlte hundert Kilometer herumgelaufen, weil sich die ganzen Inseln und Gassen so am besten erkunden lassen…

Samstag Abend waren wir Vegetarisch essen – ein leckeres großes Buffet, bis wir fast geplatzt sind 😉

Alles in allem war es ein richtig schönes, erholsames, interessantes Wochenende!!! Und das Wetter war uns wohlgesonnen: Fast durchgehend blauer Himmel und Sonnenschein! 🙂 Danke, Kathi, für die tolle Zeit dort!!!

P.S.: Sonntag Abend komme ich am Flughafen an, schaue auf die Anzeigetafel: Flight to Vienna – cancelled. So viel zu meiner Pechsträhne der letzten Monate…doch weil die Pechsträhne eigentlich ja eine Glücksträhne ist (in Koh Tao supernette Leute kennengelernt, Dengue hat nur 2 Wochen statt 5 gedauert, Versicherung hat Einbruch bezahlt), hatte ich auch diesmal Glück: Rückflug am nächsten Tag in der Früh, Kollegen am Flughafen getroffen und konnte mit dem Taxi mit ins Büro fahren 🙂

Hier geht’s zu den Fotos: