Archiv der Kategorie: Indonesia

Glück oder Unglück?

Wer meine vorangegangenen Posts gelesen hat, wird sich an mein Gejammer wegen des vielen Regens auf Java erinnern. Daran, dass wir extra deshalb nach Bali weitergezogen sind. Nur wegen dem Schlechtwetter unsere komplette Route ändern mussten. Unser eigentlicher Plan hätte den Rückweg vom Bromo Nationalpark über 1-2 kleine Städtchen nach Yogya und weiter an die javanesische Südküste nach Pangandaran vorgesehen.

Dann liegen wir in Sanur am Strand, immer noch ein bissl genervt von dem Wetter, das einfach nicht schön werden/bleiben will. Und bekommen von daheim ein beunruhigte SMS: Vulkanausbruch in Java – Merapi explodiert und bedeckt Borobodur und umliegende Orte mit einer zentimeterdicken Ascheschicht! So nah am Geschehen und so fern von allen Nachrichten hätten wir wahrscheinlich sonst nichts davon erfahren! In unseren ersten Gedanken stellten wir uns auch nicht so einen schlimmen Ausbruch vor. Und wussten auch noch nicht, dass das nur der erste von vielen Ausbrüchen gewesen sein sollte… Hier einige Bilder des Ausmaßes der Katastrophe: http://news.orf.at/stories/2023742/2023787/ Direkt danach (evtl. in Zusammenhang mit den Plattenverschiebungen) erfolgte ein Tsunami, der kleine Inseln bei Sumatra schlimm traf! Im Laufe wurden weitere Vulkane von der Aktivität her als „gefährlich“ eingestuft – UND sogar unser kleiner Bromo brach aus! Hier ein Bericht dazu: Klick mich Und gerade sehe ich auf ebendieser Website, dass Bromo noch immer stark aktiv ist und deshalb etliche Passagiere in Denpasar festsitzen: Der Flugverkehr ist erst mal gestoppt (Meldung vom 28.01.11).

Wären wir nur etwas später dran gewesen, hätten wir…Borobodur nicht besichtigen können…nicht in Yogya landen können…unsere atemberaubenden Bromo-Wanderungen nicht unternehmen können…und wären mit etwas Pech noch in Denpasar festgesessen und hätten den Rückflug von Jakarta versäumt. WOW!

Insofern kann man im Nachhinein nur sagen: Unser scheinbares Wetter-Unglück hat sich in ein unvorstellbares Glück gewandelt! Wir wären zwar nicht gefährdet gewesen, aber chaotische Zustände und Schwierigkeiten bei Transfers wären wohl zu erwarten gewesen… Diese Situation zeigt wieder einmal, dass man sich nicht zu sehr über Dinge oder Situationen ärgern sollte – man weiß nie, wozu sie letztendlich gut sind…….

„Everything will be alright in the end. If it’s not alright, it’s not the end.“

Do you speak Bahasa?

In meinem Auslandsemester in Malaysia hatte ich eine Vorlesung Bahasa Malaysia. Bahasa Malaysia und Bahasa Indonesia unterscheiden sich nur geringfügig. Die Indonesier haben uns immer die Tests auf Indonesisch ausgefüllt, dann war schon mal 90% richtig. 😉 Ich denke, es ist in etwa so wie British und American English. Man versteht grundsätzlich beides, würde bestimmte Wörter eventuell nicht oder anders verwenden,… Aber die Grundzüge und viele Vokabeln sind 1:1 gleich.

Also habe ich in Indonesien so ab und zu versucht, mein vergessen geglaubtes Bahasa wieder auszugraben. Ab und zu hat es sogar ein bisschen geklappt. Am leichtesten war es natürlich, mir so Sachen wie Bitte, Danke, Hallo, Guten Morgen,… wieder einzuprägen. Aber am Ende habe ich eine Balinesin verblüfft, als sie mich auf Bahasa fragte, wie es mir geht – und ich einfach antwortete und sie auch gleich fragte. 😉

Schade nur, dass man alles so schnell vergisst. Ein paar Wochen mehr und vielleicht die eine oder andere Situation, wo man gezwungen ist, Bahasa zu sprechen, würden bestimmt etwas bewirken… 🙂

Balinese landscapes and temples…

Die nächsten beiden Tage haben wir mit Touren quer durch Bali verbracht. Dabei hatten wir einen echt netten Fahrer mit dem wir am ersten Tag zu 3. und am zweiten Tag nur zu 2. unterwegs waren. Die Touren haben wir über die Touri-Info gebucht, was deutlich billiger ist, als bei den zahlreichen Reisebüros (die wollen teilweise bis zu 50€ p.P. haben!). Wir haben am ersten Tag je 140.000 IDR und am zweiten so 200.000 IDR bezahlt und haben eeeecht viel von der Insel gesehen!

Die Route am ersten Tag war: Goa Gajah (Elephant Cave Temple) – Tampak Siring (Holy Spring Water Temple) – Penelokan (Aussicht auf Lake & Mount Batur) – Besakih (größter Tempel am Fuße des Mount Agung) – Bukit Jambul (Rice Terraces) – Klungkung (Old Court of Justice)

Die Fahrt allgemein war sehr schön und interessant. Man sieht natürlich immer einiges vom täglichen Leben der Balinesen, sowie wunderschöne Landschaften. Einmal kamen wir bei einer Zeremonie vorbei, bei der auf offener Straße zwei (tote? lebendige? – wir waren uns nicht so sicher) Schweine gewaschen und geopfert wurden. Etwas makaber, aber interessant. Goa Gajah war recht schön, die Höhle an sich zwar nur ein kleines Loch, aber der Rest z.T. sehr schön im Dschungel gelegen. Leider mit nur 30min Stopp etwas wenig Zeit – der Nachteil bei solchen Touren, wenn noch jemand anders mit ist. Tampak Siring war seeeehr beeindruckend – man hat richtig gesehen, wie die Balinesen sich zeremoniell im Wasser gewaschen haben! Da viele andere Touris dort waren, kamen wir uns auch nicht sooo sehr wie Eindringlinge vor – es schien eher, als ob es den Balinesen total egal war. Die haben sogar selbst hunderte Fotos voneinander gemacht! Penelokan: Leider waren wir wirklich nur an einem Aussichtspunkt. Der Blick von dort auf See und Vulkane war zwar sehr schön, aber eben nur ein Blick. Schade, hätte gedacht, dass es auch ZUM See geht. Besakih: Wow und oh mein Gott!!! Wow, weil es echt beeindruckend war – riesig, toller Tempel, einfach…wow eben. OMG weil es echt schlimm war, was die Charaktere dort anging. Dies war der einzige Ort, an dem ich die Balinesen so richtig richtig negativ empfunden habe! Man hatte KEINE ruhige Minute, weil ständig jemand erzählte, dass man einen Guide brauchen würde, um einen Schritt weiter zu gehen, dass man den Tempel respektieren soll (wobei wir nie respektlos waren, sondern uns immer im Hintergrund hielten, nur vorsichtig Fotos machten etc.). Die wollten einem nur ein schlechtes Gewissen machen, dass man doch einen Guide nimmt…!!! Am schlimmsten war gleich am Eingang ein Posten, der sich als Touri-Info bezeichnete und auch genauso offiziell aussah – und ein Guestbook hatte, mit den Spalten: Name, Land,……Spende! Die wollten einen nur abzocken und so tun, als ob es respektlos wäre, wenn man ohne Guide geht!!! Das war alles so verblüffend echt gespielt, dass wir fast darauf reingefallen wären – und das OBWOHL unser Driver uns zwei Minuten vorher vor GENAU dieser Situation gewarnt hatte und geraten hatte, die Typen einfach zu ignorieren und weiterzugehen. Wir sind dann unter Drohungen und wüsten Beschimpfungen einfach abgehaut!!! HA! 😉 Ich war dann richtig sauer, dass es so was geben kann und konnte den Tempel gar nicht mehr richtig genießen. Ständig stand auch wieder jemand da und motzte uns an, dass wir einen Guide brauchen. Es war zwar schön, aber man fühlte sich die ganze Zeit verfolgt und unerwünscht und wir schlichen dann schon herum, um nicht wieder einen bösen Balinesen auf uns aufmerksam zu machen. Das war echt einer der krassesten, negativsten Momente, die ich je in Asien erlebt habe. Naja. Zum Glück sind nicht alle Balinesen so – auch wenn sie im Gegensatz zu den Javanesen doch um einiges – nennen wir es mal „gewinnorientierter“ – denken! Da sieht man, was der Tourismus an negativen Auswirkungen haben kann… 😦 Mittags sind wir dann eben nach Bukit Jambul – die Aussicht auf die Reisterrassen war schön, aber hätte man eigentlich in einer halben Stunde fertig genossen gehabt. Leider stand hier natürlich mitten in der Pampa ein superschickes, teures Touri-Restaurant, wo alle Touren hinkutschiert wurden und Mittagspause mit Reisfeld-Aussicht machten. Joa, ganz schön, aber unseres ist es halt nicht. Lustigerweise schlugen uns die Resto-Angestellten sogar einen günstigeren Preis für das Buffet vor, nachdem wir meinten, das übersteigt unser Budget. Hätten wir uns natürlich leisten können, nur wollten wir nicht. Also sind wir eher rundherum spaziert, haben unsere Jause gegessen und ein bissl in den Halb-Dschungel geschaut. Für die wartenden Fahrer waren wir damit auf jeden Fall eine Attraktion! 😉 Letzter Punkt auf der Agenda war dann der Old Court of Justice in Klungkung. Dieser war schön gelegen, von einem Teich umgeben und bestückt mit tollen Schnitzereien und Malereien! Hat mir gut gefallen! Und endlich mal wieder RUHE und weniger Touris… 🙂 Zurück in Ubud haben wir uns dann bei der Perama Bus Station abladen lassen und unser Bus+Bootticket für Nusa Lembongan gekauft. 140.000 IDR bringen uns zuerst zurück ins „geliebte“ Sanur und dann auf unser Inselchen. Dann sind wir supersuperlecker Pizza essen gegangen (Pizzeria Bagus – echter Tipp, wenn man mal wieder was Europäisches braucht). Das erste Mal war’s auch in Asien beim Italiener lecker und nicht soo teuer. Haben für Vorspeise, Pizzen, Getränke für uns beide umgerechnet so 10€ bezahlt – not bad… 😉 Danach schnell mit dem Moped-Taxi zur Touri-Info – die Legong Performance nachholen, die am Vortag ins Wasser gefallen war! Und die war einfach nur TOLL – unbeschreiblich. Unglaubliches Orchester mit Glockenspiel, Gong, Flöten,… Tänzer und Tänzerinnen in bunten, goldenen, bestickten Gewändern, mit Fächer, mit Blüten, mit Kopfschmuck, mit theatralischer Schminke…und ein Monster mit bunter Maske, das echt unheimlich wirkte! Die Tänze waren mal schnell, mal langsam, mal vier Tänzer, mal nur einer. Genial waren die gezielten, angespannten Bewegungen – alles sehr exakt und getimt! Auch die Augenbewegungen und die Mimik spielten eine wichtige Rolle und waren einfach nur faszinierend anzusehen… Kann man fast nicht beschreiben, muss man gesehen und erlebt haben!!! Bin immer noch geflasht davon, wenn ich zurückdenke… 🙂

Der zweite Rund-Tour-Tag. Auf der Fahrt haben wir diesmal viele Zeremonien gesehen: die tollste war eine Begräbnis-/Verbrennungszeremonie, wofür ein ca. 3m großer und 5m langer (ok, ich bin schlecht im Schätzen!) schwarzer Stier gebastelt wurde, der einfach nur gigantisch und toll aussah! Dazu noch eine hohe, goldbestückte Trage, in die der Tote gelegt wird. So wie ich es verstanden habe, wird danach alles zusammen verbrannt. Wegen dieser Zeremonie war dann einfach mal eine komplette Ortszufahrt gesperrt und wir mussten den ersten Programmpunkt auf später verschieben – aber war ja komplett egal. Es ging dann in den Nordwesten zum Lake Beratan mit tollem Seetempel (plus Zeremonie). In der Früh war hier noch alles schön ruhig und wir waren zuerst die einzigen Touris. 🙂 Danach ging es weiter steil in die Berge hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter zum Gitgit Wasserfall. Es war ein Stück auf einem gut gebauten Weg zu gehen, bevor man vor den Zwillingswasserfällen stand. War recht schön, aber nix sooo besonderes. Der nächste Stop war Lovina Beach mit dem schwarzen Vulkansand. War ganz nett für eine Pause, aber die Händler dort waren echt anstrengend und der Strand jetzt auch nicht DER Hammer. Next Stop: Hotsprings. Waren recht schöne Becken, das Wasser aber eher lauwarm als „hot“ 😉 Da die Sonne aber gerade ziemlich herunterbrannte, war uns selbst lauwarm zu warm und wir haben nur kurz die Füße hinein gehalten. Dann sind wir durch die tolle Landschaft rund um Munduk und an den anderen beiden Seen vorbei gefahren. Dabei gab es noch einige tolle Ausblicke auf ebendiese, den Dschungel und Reisfelder. Letzter Stopp war dann der eigentlich erste – der Royal Family Temple in Mengwi. Der war nochmal toll anzuschauen, aaaaaber: mit diesem Tempel ist eindeutig meine Tempel-Übersättigung eingetreten!!!! Schön langsam schaut alles gleich aus und man denkt nur mehr „halt noch ein Tempel“… 😉 Am Abend waren wir in Ubud noch ein bisschen Shoppen. Die Shops in Ubud sind viele so „artisty boutiques“ – halt teuer wie bei uns, aber echt echt geniale, stylische Kleider! Schade, dass ich manchmal so geizig zu mir selbst bin… 😉

Zusammenfassend hat mir an den beiden Tagen folgendes am besten gefallen, was ich als Sights weiterempfehlen würde:

– Tampak Siring

– Legong Performance

– Lake Beratan mit See-Tempel (in der Früh, vor den Massen!)

 

Besakih ist den hassle nicht wert. Eine Radtour rund um Ubud hätte ich echt noch gerne gemacht…