Alle Beiträge von Just Booked A Trip

Kuta. Oder: Wer hätte das gedacht!?

Von Nusa Lembongan sind wir mit einer (etwas ruhigeren) Bootsfahrt zurück nach Sanur und von dort mit dem Bus nach Kuta. Eingestellt haben wir uns auf das Schlimmste vom Schlimmsten. Aber es machte einfach Sinn, den letzten Tag dort – sehr nahe dem Flughafen – zu verbringen. Wir hatten uns darauf eingestellt, uns fast nicht frei bewegen zu können, ständig von Händlern belästigt zu werden, lauter besoffene Aussies zu sehen,… Ja, es waren hier jede Menge Touris. Ja, es gab auch jede Menge Verkaufsstände mit dem selben Schnickschnack. Ja, unsere Unterkunft wurde dann eine ziemliche Bruchbude, die finsterer nicht sein konnte. ABER. Der Strand ist einfach echt echt toll. Surf-Paradis PUR! Hunderte Meter lange Lines, flacher Sandstrand,…Traum! Ja, es war sehr voll am Strand. Ja, es gingen Händler am Strand herum. ABER. Durch die Masse an Touristen waren sie bei Weitem nicht so aufdringlich, wie wir es z.B. von Lovina kannten und in viel schlimmerem Ausmaß erwartet hätten. So verbrachten wir einen schönen letzten Nachmittag und ich bekam sogar knappe zwei Stunden Surfunterricht! 🙂 Das war ein letztes Highlight auf unserer Indo-Reise, von dem es leider keine Fotos gibt. Kamera und alles wertvolle hatten wir in der Unterkunft gelassen, aus Vorsicht vor Taschendieben am Strand. Am Abend ein bissl Shopping, die Händler müssen ja auch was verdienen (und wir die letzten Rupien anbauen! 😉 ). Ein leckeres Essen, ein Abschieds-Cocktail. Um am nächsten Tag gaaaaaanz früh aufzustehen und uns auf den Rückweg zu machen Denpasar – Jakarta – Taipei – Wien. And it all ends where it begun,…

Fotos Taschendieb-Vorsichtsmaßnahmen-bedingt diesmal leider nur vom final sunset:

 

Rough sea, little island, though roads

Von Ubud nach Nusa Lembongan… ab auf unser kleines Inselchen! 🙂 Noch ein letztes Frühstück und ein Wort zum Gandra House: Die Unterkunft war wirklich toll, wie beschrieben. Eigentlich so eine der tollsten Unterkünfte bisher. Die Freundlichkeit der Besitzer allerdings währte nicht lange. Als wir keine Tour bei ihnen buchten, sondern direkt bei der Tourist Information, bekamen wir nur noch schroffe und wortkarge Behandlung. Das war mal ein echt krasser Unterschied. Dabei war’s ja nicht mal Absicht – wir hatten einfach nicht gedacht, dass wir die Touren auch in der Unterkunft buchen könnten… Hätte eh gleich viel gekostet, und die hätten was dran verdient. Tja.

Sind also mit dem Taxi zur Perama Bus Station und mit dem Bus nach Sanur… und wen treffen wir im Bus!? Annett aus Holland, die mit uns im Minibus zum Bromo war! 🙂 Dann warten wir in Sanur auf die Fähre nach Lembongan. Und wen treffen wir beim Warten!? Therese aus LA (auch Bromo-Minibus) , die gerade begeistert von der Insel kommt und nach Ubud möchte! Die Reise-Welt ist halt klein in Indo…

Die Bootsfahrt war schrecklich für mich: sehr unruhige See, ein bissl schlecht wurde mir, aber vor allem hatte ich einfach Angst in dem kleinen Boot zwischen den Wellen. War ECHT froh, als wir gut angekommen waren. Gleich an der Anlegestelle haben wir uns die Mandara Bungalows zeigen lassen. Nachdem im LP eh nicht viel stand, sind wir um 120.000 IDR eingezogen. Wieder ein sehr großes, schönes Zimmer – voll ok. Der Typ, der uns die Bungalows gezeigt (und bestimmt Provision bekommen) hatte, ließ allerdings nicht locker und wollte uns unbedingt überreden, Scooter zu mieten. Irgendwie waren wir so k.o., dass wir ihn nicht abschütteln schafften. Waren aber vernünftig genug, KEINEN Scooter zu leihen, mit unseren (nicht vorhandenen) Fahrkenntnissen wäre das bestimmt nicht gut gegangen. Also Fahrräder. Mountainbikes. Auf den ersten Blick sahen die ganz gut aus. Wollte er uns zu einem absolut lächerlich hohen Preis andrehen. Normal sind in SOA ja so 1-2€/Tag für so ein „Push-Bike“. Hab zwar hart gehandelt, aber war eine ungute Situation. 70.000 IDR für die Dinger pro Tag. Pfff. Sind gleich mal gestartet – zum „Dream Beach“, der echt toll aussieht: weißer Pudersand und tolles Wasser. Nur sehr sehr hohe und starke Wellen, also mehr als ein bissl plantschen wär zu gefährlich. Gegen Abend dann zurück in unsere Heimat-Bucht „Jungtubatu Bay“, die zwar einen sehr langen Strand hat, sich aber nicht zum Schwimmen eignet, da hier hunderte Boote ankern und Seegras-Farmen betrieben werden. Bei Ebbe fällt der Strand hunderte Meter trocken und dann wird das Seegras gesammelt, sortiert und getrocknet.

Am nächsten Tag haben wir festgestellt, dass vor 8 Uhr leider noch kein Frühstück zu bekommen ist. Also erst mal in den Norden geradelt und nach einiger Zeit doch ein Lokal für unser Frühstück gefunden – direkt am Strand. 🙂 War echt schön dort, und ich denke, die waren auch froh über ihre Kundschaft – sooo oft wird dort niemand vorbeikommen. An der Nordspitze befindet sich ein Mangroven-Wald, den wir aufgrund total überteuerter Bootpreise aber nur vom Ufer besichtigt haben. Dann setzten wir unsere Tour rund um die Insel fort. Manchmal war es landschaftlich interessant, dann wieder eher weniger. Über eine Brücke sind wir kurz rüber auf die Mini-Nachbarinsel, aber dort gibt es wirklich NIX zu sehen. 😉 Mittags landeten wir dann endlich in der ersten Bucht: „Sunset Beach“ – die zwar wahrscheinlich für ebendiesen gut geeignet ist, allerdings nicht zum Baden: wie am „Dream Beach“ heftige Wellen, und noch dazu felsiger Untergrund. Daher nur kurze Rast – dann weiter zur „Mushroom Bay“. Ruhiges Wasser, dafür wieder einige Boote, Banana-Speedboat-Rides, Pauchaltouris auf Tagesausflügen von Bali, überteuerte Restos und Unterkünfte. Der Strand selbst war aber echt schön, daher verbrachten wir den Nachmittag dort. Mussten auch mal unseren Hintern eine Pause gönnen – die sind schon gefühlt dunkelblau vom Radfahren: die Straßen hier sind in einem sehr sehr schlechten Zustand und bestehen Großteils nur aus aufgerissenem Asphalt!!! Schlaglöcher über Schlaglöcher…AUA sag ich da nur. 😦 Also relaxen, lesen, ein bissl schnorcheln und plantschen, Mittags Spaghetti (war das billigste auf der Karte) – Urlaub! 🙂 Papa hat nebenan dann UNSEREN persönlichen Dream Beach entdeckt: puderweißer Sand, ruhiges Wasser, schöne Felsformationen, NULL andere Touris, Zugang nur über einen steilen Weg mit rutschen-festhalten-rutschen-festhalten-,… 😉 Die Rückfahrt nach dem durch Wolken eher nicht vorhandenen Sunset war ein Abenteuer für sich: viele kleine Straßen und Abzweigungen ohne Beschilderung. Von Straßenbeleuchtung kann sowieso keine Rede sein. Also sind wir mit Stirnlampe gefahren. War spannend. V.a. haben Papas Bremsen dann auf einmal nicht mehr funktioniert. Von wegen super Bikes.

Am letzten Insel-Tag haben wir zuerst mal ein paar Sachen erledigt: Boot+Bus für den nächsten Tag gebucht, um nach Kuta zu kommen. Internet nach News zum Merapi-Ausbruch durchsucht. Immer mit der Frage im Hinterkopf, ob unsere Rückreise auch reibungslos klappen wird. (Ich sag nur: Aschewolke!) Sind dann zu unserem Dream Beach gefahren, unterwegs haben wir noch schnell den Tamarind Beach besichtigt: kann man auslassen. Dann war extrem-relaxing angesagt: sonnen, lesen, baden, schnorcheln! 🙂 Schön war’s! V.a. auch das Schnorcheln war toll: viiiiiele schöne, bunte Fische! 🙂 Gegen Abend haben wir noch ein letztes leckeres Essen und einen schönen Sonnenuntergang genossen. Byebye, Nusa Lembongan!

 

 

Glück oder Unglück?

Wer meine vorangegangenen Posts gelesen hat, wird sich an mein Gejammer wegen des vielen Regens auf Java erinnern. Daran, dass wir extra deshalb nach Bali weitergezogen sind. Nur wegen dem Schlechtwetter unsere komplette Route ändern mussten. Unser eigentlicher Plan hätte den Rückweg vom Bromo Nationalpark über 1-2 kleine Städtchen nach Yogya und weiter an die javanesische Südküste nach Pangandaran vorgesehen.

Dann liegen wir in Sanur am Strand, immer noch ein bissl genervt von dem Wetter, das einfach nicht schön werden/bleiben will. Und bekommen von daheim ein beunruhigte SMS: Vulkanausbruch in Java – Merapi explodiert und bedeckt Borobodur und umliegende Orte mit einer zentimeterdicken Ascheschicht! So nah am Geschehen und so fern von allen Nachrichten hätten wir wahrscheinlich sonst nichts davon erfahren! In unseren ersten Gedanken stellten wir uns auch nicht so einen schlimmen Ausbruch vor. Und wussten auch noch nicht, dass das nur der erste von vielen Ausbrüchen gewesen sein sollte… Hier einige Bilder des Ausmaßes der Katastrophe: http://news.orf.at/stories/2023742/2023787/ Direkt danach (evtl. in Zusammenhang mit den Plattenverschiebungen) erfolgte ein Tsunami, der kleine Inseln bei Sumatra schlimm traf! Im Laufe wurden weitere Vulkane von der Aktivität her als „gefährlich“ eingestuft – UND sogar unser kleiner Bromo brach aus! Hier ein Bericht dazu: Klick mich Und gerade sehe ich auf ebendieser Website, dass Bromo noch immer stark aktiv ist und deshalb etliche Passagiere in Denpasar festsitzen: Der Flugverkehr ist erst mal gestoppt (Meldung vom 28.01.11).

Wären wir nur etwas später dran gewesen, hätten wir…Borobodur nicht besichtigen können…nicht in Yogya landen können…unsere atemberaubenden Bromo-Wanderungen nicht unternehmen können…und wären mit etwas Pech noch in Denpasar festgesessen und hätten den Rückflug von Jakarta versäumt. WOW!

Insofern kann man im Nachhinein nur sagen: Unser scheinbares Wetter-Unglück hat sich in ein unvorstellbares Glück gewandelt! Wir wären zwar nicht gefährdet gewesen, aber chaotische Zustände und Schwierigkeiten bei Transfers wären wohl zu erwarten gewesen… Diese Situation zeigt wieder einmal, dass man sich nicht zu sehr über Dinge oder Situationen ärgern sollte – man weiß nie, wozu sie letztendlich gut sind…….

„Everything will be alright in the end. If it’s not alright, it’s not the end.“