04.11.-05.11., 25.11.-01.12.2012 Kathmandu / Bhaktapur / Bodhnath / Pashupatinath / Patan
Kathmandu ist ein einziges Chaos. Schon ziemlich so, wie ich mir Indien vorstelle… Der Verkehr ist enorm, gleichzeitig drängen sich hunderte (tausende?) Menschen in den Straßen. Die Straßen sind eng, stehen vor Dreck und Müll und auf beiden Seiten halb von Märkten / Händlern blockiert. Dazwischen spazieren seelenruhig Kühe herum, suchen im Müll nach essen und geben immer wieder ein lautes Muhen von sich. Der Verkehr drängt sich mit großem Gehupe zwischen den Fußgängern durch, nach dem Motto „hier bin ich, ich gebe Vollgas, verp*sst euch aus meinem Weg!“. Vor allem die Motorradfahrer haben mich so manches Mal fast aus der Haut fahren lassen, wenn sie wie bescheuert durch die Straßen rasten und permanent auf die (viel lauter als normale) Hupe drückten und dich ständig fast über den Haufen fuhren. Meiner Meinung nach sollte es echt eine maximal zulässige Lautstärke für Hupen geben. Irgendwann meinte Papa, dass man wohl keine 3 Sekunden KEIN Hupen hört. Wir haben versucht zu zählen und kamen nicht mal bis 2. Krass!!! Das bunte, chaotische Getümmel ist aber natürlich auch faszinierend und interessant und so verbrachten wir viel Zeit damit, einfach durch die Straßen Kathmandus zu spazieren.
Thamel ist nochmal eins oben drauf, weil man zusätzlich zur obigen Beschreibung alle paar Meter von Händlern / Trekkingguides / Restaurantangestellten / Taxis / Rikschafahrern/…… angesprochen wird, ob man nicht eine Flöte, ein Schachspiel, Tigerbalm, ein bissl Haschisch oder sonst was kaufen möchte. Allgegenwärtig war für uns das „yes, Sir!“ – als ob man denn irgendwas gewollt hätte!? Am Ende war ich froh, aus dem Getümmel entfliehen zu können 😉
Eine Oase der Ruhe ist der Garden of Dreams – ein kleiner Park, dessen Restaurierung von der österr. Regierung finanziert wurde. Ein bisschen erinnert er somit an Parks zuhause und ist v.a. architektonisch recht interessant. Geblüht hat leider in der Jahreszeit gerade nichts…
Immer wieder haben wir Zeit auf dem Durbar Square verbracht, der in unmittelbarer Nähe unseres Guesthouses lag. Dort war immer was los, und auch am letzten Tag haben wir noch Neues entdeckt. Die vielen Tempel sind schön erhalten und werden eifrig genützt.
Die Tempelstufen dienen als Marktstände und/oder als Treffpunkt um Tratsch und Klatsch des Tages auszutauschen.
Auch nach Swayambunath haben wir es zweimal geschafft. Die Tempelanlage liegt auf einem Hügel im Westen der Stadt und man hat eine schöne Aussicht über Kathmandu. Der Hügel wird von einigen Affen bewohnt, die dann inmitten der alten Stupas herumturnen. Dazwischen gehen Gläubige ihre Runden und drehen an den Gebetsmühlen…
Einen Tag sind wir mit dem Bus nach Bhakatapur gefahren – eine rote Ziegelstadt mit vielen alten Tempeln und anderen sehenswerten Bauten. Auch die Straßen an sich sind aufgrund der tollen Bauweise eine Sehenswürdigkeit!
Auch hier gibt es einen Durbar Square mit einer großen Ansammlung von Tempeln, die wechselweise verschiedenen hinduistischen Göttern gewidmet sind und immer wieder tolle Schnitzereien beinhalten.
Interessanterweise waren die Erbauer wohl gar nicht prüde: Verschiedenste Sexszenen sind an vielen Dachstützen detailliertest eingeschnitzt! 😀 Auch bekannt in Bhaktapur: Der Potter Square (Töpferplatz), wo direkt auch alles in offenen „Öfen“ gebrannt wird. Ich muss sagen, ich war eher enttäuscht. Der Platz war nicht so groß wie erwartet und die Händler hatten leider alle nur kitschigen Ramsch zu verkaufen – keine kreativ schönen Schüsseln, Vasen oder Ähnliches.
Insgesamt hat mir Bhaktapur aber sehr sehr gut gefallen und es war herrlich entspannend, da viele Zonen nicht dem Verkehr zugänglich sind. Die einzigen, die nervten, waren die Möchtegern-Guides, die uns nicht in Ruhe lassen wollten,…… 😉
Bodnath und Pashupatinath liegen in unmittelbarer Nähe voneinander und quasi noch in Kathmandu, weshalb wir beide zusammen besucht haben. Bodnath ist die größte Stupa Asiens – wobei ich mich frage, woran das gemessen wird. Die unterste Plattform ist wohl größer als die Shwedagon (Yangon, Myanmar), die eigentliche Stupa aber bestimmt nicht. Dennoch war das Treiben rundherum äußerst interessant – man merkte die große Bedeutung für buddhistische Gläubige. Die erste Plattform kann sogar bestiegen werden und man kann von dort auf das Treiben herabblicken – noch besser geht das von den Dachterrassen der umliegenden Restaurants, wo wir mit dieser tollen Aussicht unser Frühstück genossen 🙂
Von Bodnath kann man in ca. 20 Minuten gut selbst nach Pasupatinath spazieren. Erst war ich skeptisch, ob wir dort wirklich hin sollten, da viele Tempel Nicht-Hindus nicht zugänglich sind. Im Nachhinein bin ich sehr sehr froh, dass wir dort waren und es war für mich eindeutig die beeindruckendste religiöse Stätte Nepals. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt. An den Ghats (Stufen am heiligen Fluss Bagmati) werden laufend Verbrennungszeremonien abgehalten, denen man von der anderen Flussseite gut zuschauen kann, ohne dabei zu stören. Ständig geht Rauch auf über den Tempeln von Pashupatinath. Mir fehlen die richtigen Worte, ob so eine Kremation zu beschreiben, es ist auf jeden Fall sehr berührend und Gänsehaut garantiert…
Eine weitere interessante Stadt im Kathmandu-Tal ist Patan, wo wir auch einen Tag verbrachten. Die Ansammlung an Tempeln und Tempelplätzen ist nicht so groß wie in Bhaktapur, dafür stehen hier auf dem Durbar Square zwei Tempel mit tollen Steinmetzarbeiten, die vom nordindischen Tempelstil beeinflusst wurden. Diese haben mir auch am besten gefallen – denn die anderen Tempel sahen irgendwann alle ähnlich aus 😉
Am Durbar Square liegt auch das Patan Museum – scheinbar das beste Museum des Landes und vom selben österr. Team finanziert, wie schon der Garden of Dreams in Kathmandu. Es war auch wirklich interessant und man könnte wohl Tage darin verbringen. Die ausgestellten Kunstschätze sind teilweise sehr alt und bedeutend und in jedem Fall ausführlich erklärt und beschrieben. Fast zu ausführlich – irgendwann konnten wir nicht mehr alles aufnehmen! 😉 Außerdem sind quer in der Stadt verstreut noch viele weitere bedeutende Tempelanlagen – für alle hat unsere Zeit leider nicht mehr gereicht. Der Goldene Tempel war aber auf jeden Fall auch mal wieder etwas ganz anderes und recht beeindruckend.
23.11.-24.11.2012 Pokhara
Nach dem langen Trekking war der Aufenthalt in Pokhara sehr angenehm: Wir haben uns ein gutes Guesthouse gesucht, das auf jeden Fall heißes Wasser und gute Matratzen hatte und auch sonst haben wir uns viel gutes Essen gegönnt. Das Essen in den Bergen war zwar unerwartet gut, aber irgendwie auch immer nur das Gleiche. Schön, mal wieder Abwechslung auf den Speisekarten zu sehen! Pokhara liegt wirklich schön am Phewa See und an klaren Tagen soll man die Gebirgsketten im See spiegeln sehen.
Leider war das Wetter eher diesig oder bewölkt. Wir hatten wohl echt Glück, in den Bergen sah es nämlich aus der Ferne nicht so toll aus – evtl. Regen!? Am Phewa See gibt es eine kleine Tempel-Insel, zu der wir uns rudern ließen. Der Tempel war nicht sonderlich spektakulär, aber es war schön, auf dem Wasser zu sein und das ganze Treiben zu beobachten.
Der alte Stadtteil von Pokhara wird ebenfalls als sehenswert empfohlen – es war zwar interessant, mal weg von der Tourimeile zu kommen, aber sehenswert!? Hmmm… Einen Tag haben wir uns Fahrräder geliehen, was echt super war! Endlich mal auf kein Taxi angewiesen… Wir sind mit den Rädern zu den Devi Falls (Wasserfall) gefahren und auch die Höhle gegenüber haben wir uns angeschaut. Die Erwartungen waren sehr gering, aber wir wurden positiv überrascht! Ein schöner Ausflug, wenn man Zeit hat… Auch das Mountain Museum haben wir uns noch angeschaut. Das Museum ist sehr schön konstruriert und teilweise auch interessant und strukturiert aufgebaut. Teilweise ist es aber noch stark ausbaubar und viele viele Wände sind einfach nur voll gepflastert mit Bergfotos 😉
In Pokhara sind wir die Tourimeile wohl zig Mal auf und ab gelaufen! Ein Souvenirgeschäft neben dem anderen, immer wieder neue Versuchungen… 😉
Wenn ich diesen Bericht und die tollen Bilder dazu anschaue möchte ich gleich wieder nach Nepal.