12.08.- 13.08.2012 Lima
Für Lima haben wir von Anfang an nicht viel Zeit eingeplant – und das war auch gut so. Die Stadt begrüßte uns mit grauer Kälte.
Wir sind zwei Tage lang wirklich viel herumgelaufen und haben das Zentrum, Chinatown und einige andere Stadtteile besichtigt. Im Zentrum gibt es ein paar recht hübsche Straßen, aber das war’s dann meiner Meinung nach auch schon. Wir waren in einem Food Museum, was recht interessant war. Haben uns ein paar Anregungen geholt, was wir noch probieren könnten, da wir bis dahin (um es nett zu sagen) vom Peruanischen Essen „nicht gerade angetan“ waren.
14.08.-15.08.2012 Huacachina/Ica
Auf Huacachina haben wir uns schon alleine gefreut, um wieder etwas Wärme tanken zu können. Und wir wurden nicht enttäuscht! 🙂 Huacachina ist eine echt süße kleine Oase, die inmitten von Sanddünen liegt.
Dort stehen vor allem Sandboarding und Sandbuggy-Touren auf dem Programm. Der ganze Ort ist eigentlich nur auf Touristen ausgerichtet. Aber nachdem die Lage so nett war und die Sonne so schön schien, hat uns das nicht so gestört 😉 Ich war dann auch mal sandboarden. Die Aussichten über die Dünen waren echt super! Ansonsten hab ich es mir ehrlich gesagt besser erwartet.
Man kann entweder wie auf einem Snowboard auf dem Brett stehen (aber die Klettverschlüsse bei meinem Board waren so verschlissen, dass sie permanent aufgingen), oder auf dem Bach liegen und Kopf voraus runter düsen. Aber so richtig Adrenalin war das für mich nicht. War zwar lustig, aber nicht diiiiieee Erfahrung. Was soll’s, mal probiert, abgehakt! Außerdem haben wir eine Weinverkostungstour gemacht – die war ein Erlebnis. Am Abend davor hatten wir uns selbst eine Flasche Wein im Supermarkt gekauft – der ekligste Wein meines Lebens!!! Die Farbe war so orange-gold und er hat so eklig geschmeckt, dass wir ihn ausspucken und wegschütten mussten! Am nächsten Tag ging’s dann zur Tour. Die erste Winzerei war echt nett und alles wurde uns gut erklärt. Auch die Weine waren ok, wenn auch sehr sehr süß.
Die nächste Winzerei jedoch… Der Besitzer war komplett betrunken und führte uns durch seinen halb vergammelten / halb verstaubten Weinkeller. Die Fässer waren mit Staubschichten bedeckt, teilweise leck, überall hingen/standen tote ausgestopfte Tiere herum….einfach richtig eklig! Beim Pisco Verkosten hat sich der Herr dann selbst ein komplettes Glas voll gemacht (bestimmt 5-6 Stamperl!) und das mal auf ex runter gekippt,…….. Ähm ja. Der Höhepunkt war dann, als er am Ende noch nach Trinkgeld gefragt hat. Sind dann schnell zum Taxi abgehauen! 😀 Zum Sonnenuntergang sind wir dann noch auf eine Düne geklettert – und es hat sich wirklich gelohnt: 
16.08.-17.08.2012 Nazca
In Nazca wollten wir versuchen, einen günstigen Flug über die Linien zu ergattern. Mit ein bisschen herumfragen gelang uns das schließlich auch und wir haben auch ohne Studentenkarte einen Studentenpreis von 90 Dollar bekommen. Alle anderen Anbieter lagen min. bei 110 Dollar! Der Flug war ein tolles Erlebnis! Die kleine Maschine hatte nur 4 Passagiersitze und wir mussten alle diese Kopfhörer aufsetzen. Die wüstenartig Landschaft und Berge rundherum allein waren schon ein tolles Erlebnis!
Die Linien sieht man zwar teilweise nicht sooo gut, aber gerade das Suchen war auch recht lustig. Und manche kommen echt klar heraus, das sieht dann schon sehr beeindruckend aus!
Der Flug hat sich also auf jeden Fall ausgezahlt 🙂
18.08.-19.08., 22.08.-23.08.2012 Cusco
In Cusco haben wir sowohl vor der Machu Picchu Besichtigung, als auch danach etwas Zeit verbracht – und zwei total konträre Erfahrungen gemacht. Während wir Cusco am Wochenende bei der Ankunft als total schön erlebt haben und gemütlich durch die Straßen spaziert sind, konnten wir uns bei der Rückkehr unter der Woche vor Verkäufern (Touren, Massage, Gemälde,…) fast nicht retten und waren immer froh, wieder im Hostel zu sein 😉 Cusco besitzt einige sehr schöne alte Gebäude, vor allem der Hauptplatz ist sehenswert.
Aber natürlich ist es sehr touristisch überlaufen, weshalb wir auch nicht zu traurig waren, den Ort zu verlassen… Einen Tag sind wir allerdings ins Valle Sagrado nach Pisac gefahren und haben uns den Markt dort angeschaut. Und waren begeistert! Ein total süßes kleines Dorf, nette Restaurants, schöner Markt, schöne Umgebung,…wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir evtl. 1-2 Nächte dort geplant!
20.08.-22.08.2012 Aguas Calientes/Machu Picchu
Die günstigste Option, ohne Tour nach Machu Picchu zu kommen, ist per Minibus bis Hidroelectrica und dann 3 Stunden zu Fuß nach Aguas Calientes. Am nächsten Tag zu Fuß 2 Stunden den Berg rauf und dann wieder runter. Und genau das haben wir auch gemacht, plus den Mount Machu Picchu, der nochmal min. 3 Stunden gedauert hat und richtig anstrengend war. Habe ich erwähnt, dass wir von 4.30 Uhr in der Früh bis 16 Uhr auf dem Gelände unterwegs waren!? Auch wenn wir also keine Trekking-Tour gemacht haben: Ich denke, wir haben mit unserer Sparversion mehr Trekking gemacht, als es bei manchen Touren der Fall ist! 😉 Machu Picchu haben wir genau an meinem Geburtstag besichtigt. Was soll ich sagen… es ist wirklich eine tolle archäologische Stätte. Aber viel kleiner als erwartet. Und wenn man asiatische Ruinen kennt, vermisst man hier dekorative Elemente. Die Ruinen sind doch sehr simpel gebaut. Also ich hätte mir mehr erwartet, auch wenn die Landschaft (Berge) rundherum einiges wett gemacht haben.
Genervt waren wir auch von den ganzen Verboten. Es war einfach alles darauf ausgerichtet, so schnell so viel wie möglich von den Touris abzucashen. Keine Toiletten am ganzen Gelände! Keine Getränke zum Verkauf – später haben wir gesehen, dass man sie nicht mal mit rein nehmen hätte dürfen. Keine Snacks, kein Essen, gar nichts! Keine Mülleimer!!! Keine Plätze, an denen man sich mal hinsetzen und zwischendurch ausrasten kann. Und wenn man keine Tour macht: Keinerlei Beschreibungen irgendwo, keine Erklärungen,… Frag mich echt, was mit dem Eintrittsgeld passiert. Das wandert bestimmt in irgendeine Tasche. Für das Gelände selbst wir jedenfalls wohl nicht viel gemacht.
24.08.-27.08.2012 Arequipa / Colca Canyon
Nach ein paar Tagen mehr in Cusco habe ich mich einstweilen von Andrea verabschiedet und bin alleine zu meiner letzten Station in Peru aufgebrochen – Arequipa. Leider hatte der Bus in der Früh ca. eine Stunde von Arequipa entfernt ein Problem mit der Gangschaltung und uns wurde nach einigen Stunden des Wartens geraten per Autostopp nach Arequipa zu fahren. Das habe ich dann auch zusammen mit zwei anderen Touris gemacht, die ich zum Glück getroffen habe. Im Hostel angekommen war mir dann nicht mehr so nach Sightseeing zumute. Stattdessen habe ich ein paar Leute kennen gelernt, mit denen ich gemütlich am Pool und später am Billardtisch Bier getrunken habe. Am nächsten Tag habe ich den Colca Canyon Trek gebucht und die Stadt, vor allem das Kloster Santa Catalina, angeschaut. Arequipa selbst hat mich nicht so begeistert. Wenn man Kolonialstädte in Kolumbien gesehen hat, kann das nicht mehr so viel…
Das Kloster war allerdings wirklich wunderschön und interessant.
Am nächsten Tag wurde ich quasi noch mitten in der Nacht zum Trek abgeholt. Die Tour beinhaltet sowohl Trekking, als auch viele Fotostops mit dem Bus auf dem Weg. Unser erster Stopp war das Cruz del Condor – der Punkt, an dem man oft Kondore sehen kann. Und wir hatten Glück und sahen insgesamt bestimmt zehn Kondore! 🙂
Danach ging es zum Startpunkt unseres Treks und erst mal einige Zeit nur bergab, dann mal eben, mal ein bisschen rauf, mal ein bisschen runter…bis wir am Abend in einer grünen Oase landeten (Sangalle), wo unsere Hütten für die Nacht warteten.
Unterwegs kamen wir durch ein Dorf, das gerade ein Fest veranstaltete – ein Fest zur Ankunft der Straße! Ab jetzt ist das Dorf auch mit Fahrzeug zu erreichen, nicht nur zu Fuß. Die Leute waren alle in bunten, traditionellen Gewändern angezogen, und feierten sehr ausgelassen. Alle von uns wurden abwechselnd zum Tanzen aufgefordert – ein ganz besonderes Erlebnis und viel Spaß!!
Ich hatte Glück und erwischte eine supernette Gruppe und wir hatten viel Spaß auf dem Trek, beim Bad im eiskalten Pool, beim Abendessen etc. Am zweiten Tag hatten wir den steilen Aufstieg an den Rand des Canyons vor uns und starteten sehr früh, um nicht zu sehr in die Hitze zu kommen. Der Aufstieg war auch ok – der gesamte Trek war insgesamt nicht besonders hart – aber landschaftlich dafür wunderwunderschön! 🙂
Der Canyon (tiefster der Welt!) ist echt beeindruckend und das Wetter war toll. Auf dem Rückweg haben wir auch noch ein paar Fotostopps gemacht, und auch die lokale Version vom Pisco Sour – Colca Sour – probiert.
Ein tolles Erlebnis und ein schöner Abschluss für Peru!
28.08.2012 Puno
Abschluss…dachte ich. Denn am selben Tag wollte ich mit dem Nachtbus nach Puno und in der Früh gleich weiter nach Bolivien. Leider war die Straße ab ca. 5km vor Puno und zwischen Puno und Copacabana von Demonstranten blockiert. Und zwar richtig blockiert – quer über der Straße lagen überall große Steine verteilt, sodass kein Fahrzeug durch konnte. Diejenigen, die es doch versucht haben, wurden mit Steinen beschmissen. Zu Fuß konnte man zum Glück durch, aber in Puno saß ich dann einen Tag fest. Ich war in dem Moment schon so DONE mit Peru, dass ich einfach nicht mehr wollte und absolut gar nichts in der Stadt angeschaut habe. Ich war sooooo unendlich froh, am nächsten Tag die Grenze nach Bolivien zu passieren! More than ready to leave…
Also ich bin begeistert von deine fotos! toll!
Bussi Mama
Danke freut mich, dass sie gefallen 🙂 Bussi