Leute: Überraschenderweise habe ich in Kolumbien nicht so viele Touristen getroffen, wie erwartet. Teilweise war ich fast alleine im Hostel. Als ich dann viel Couchsurfing gemacht habe, sind mir bei Besichtigungen auch oft nur wenige Touris über den Weg gelaufen. Die Kolumbianer habe ich sehr unterschiedlich erlebt. Anfangs habe ich an der Küste ja eher negative Erfahrungen gemacht – jedoch hat sich dies im Hochland sehr geändert – vor allem auch durch Couchsurfing. Ich habe dadurch viel vom Alltag mitbekommen und ganze Familien kennengelernt, war in einer Schulklasse eingeladen und habe viele neue Freunde gewonnen. Insgesamt waren die Kolumbianer aber nicht so neugierig auf ein Gespräch – auf der Strasse oder im Bus wurde ich eigentlich nie angesprochen.
Essen: In Kolumbien habe ich sehr viel selbst gekocht – einmal um Kosten zu sparen, und weil es für Vegetarier etwas schwierig ist. Die meisten Mahlzeiten beinhalten Fleisch – man kann zwar das selbe Gericht ohne Fleisch bestellen, jedoch ist das dann meistens nur Reis, Bohnen, manchmal ein bissl Salat (eher nicht so toll) – wofür der Preis dann wieder zu hoch ist. Das kolumbianische Brot war bisher das ekligste, was ich je probiert habe 😉 aber dafür habe ich ein paar andere gute Snacks gegessen. „Verliebt“ habe ich mich in Aguapanela mit Käse – ein Heißgetränk ähnlich einem Tee, in das man Käse gibt, sodass dieser schmilzt und dann raus gelöffelt werden kann – hmmmmmm! Wenn wir schon bei den Getränken sind: Absolut toll war, dass ich ab San Gil in jeder Stadt das Leitungswasser trinken konnte – purer Luxus, wenn man auf Reisen ist!! 🙂
Wetter: Insgesamt war es in Kolumbien kuehler, als erwartet – ich habe ziemlich oft gefroren. Das Wetter war sehr unterschiedlich… in Cartagena und Santa Marta brannte teilweise die Sonne herunter – im Hochland hatte ich viel Wolken/Nebel und manchmal auch leichten Regen. Glücklicherweise hat es NIE einen Tag komplett geregnet – und auch nie besonders stark – genial, oder!?
Kosten: Die Kosten an der Küste waren deutlich höher, als im Innenland – vor allem ein Abstecher (Mompox) weg von der normalen Route KOSTET. Dadurch, dass ich danach Couchsurfing gemacht habe und – wie gesagt – viel selbst gekocht habe, habe ich ziemlich an Kosten gespart und komme somit insgesamt auf ein Tagesbudget von 21 Euro. Ohne CS und mit Essen gehen wären es wohl mindestens 30 Euro gewesen. Besonders stark ins Budget gehen die Busfahrten…
Unterkuenfte: Ich habe die Zeit ca. zur Hälfte mit Couchsurfing und zur anderen Hälfte in Hostess verbracht. Günstiger als für 7 Euro habe ich keine Unterkunft gefunden – in vielen Städten geht es nicht unter 10 Euro. Die Qualität war dann schon entsprechend gut – aber wenn man das nicht braucht, gibt es eigentlich keine Möglichkeit durch Schlafen in „Spelunken“ zu sparen 😉 Bei meinen CS Hosts hatte ich fast immer ein eigenes Zimmer, was echt toll war! 🙂
Infrastruktur: Die Busse in Kolumbien sind meistens sehr modern, das Gepäck wird oft wie beim Flieger abgegeben und man bekommt einen Zettel dafür. Im Bus ist es leider oft eiiiiiiiiskalt und es laufen (mehr oder weniger gute) Filme. Was ich gut fand, ist, dass fast jeder Bus eine Toilette hatte 🙂 Die Busse werden auch nicht besonders voll und man hat (bis auf die Busetas/Colectivos/Minibusse…die ich verabscheue!!) immer genügend Platz. Achja, erwähnenswert ist noch das neue Bussystem in Bogota, das so verwirrend gestaltet ist, dass sich selbst die Einwohner nicht auskennen und verfahren…….. 😀
Krankheiten: War alles palletti! 🙂
Sicherheit: Ich habe mich in Kolumbien bis auf 2 Ausnahmen immer sicher gefühlt. Einmal war ich in Bogota gegen Mitternacht zu Fuss unterwegs (kurze Strecke von der Bushaltestelle zum Hostel) und habe mich TOTAL unwohl gefühlt. Lauter komische Leute auf der Strasse… und das, obwohl ich zusammen mit Christian unterwegs war. Wir haben dann für die letzten 3 Ecken ein Taxi genommen. In Pasto hat mein Host Cesar mir ständig gesagt, welche Strassen man nicht benützen sollte, weil die gefährlich sind etc. Da habe ich mich dann (obwohl immer in Begleitung) schon oft umgedreht und meine Handtasche ganz fest gehalten… 😉
Persoenliches TOP: Salento mit dem Valle de Cocora, sowie Aguapanela mit Kaese! 😀
Persoenliches FLOP: Schwierig. Es gibt einige Orte, von denen ich mir mehr erwartet hatte…aber am meisten enttäuscht war ich wohl von Cartagena. War mir einfach zu künstlich.
Insgesamt bin ich mit Kolumbien nicht ganz warm geworden. Ich war nicht sooo sehr beeindruckt, wie viele andere (man hört ja immer jemanden von Kolumbien schwärmen). Ich kann nicht sagen, woran es lag – evtl. daran, dass ich alles mit Guatemala verglichen habe! 😉 Erst durch Couchsurfing und meine tollen Hosts hat es angefangen, mir in Kolumbien zu gefallen… Big thank you to everybody!!! 🙂

Ich bewundere Dich mit welchem Elan Du noch immer unterwegs bist und konsequent uns interessante Berichte schickst. Ja ist schon toll. Was ich bewundere ist mit wie wenig Komfort Du Dich zufrieden gibst – Du schlägst schon bald Deinen Papa mit seinen Biwacks im „Nylonsackerl“.
Bist ein tolles Mäderl!
LG -( wie es jetzt so heißt)
Dein Onkerl
(werner)
Und ich freue mich, wenn meine Berichte immer noch so gerne gelesen werden! 🙂 Den Papa schlage ich zwecks Komfort bestimmt nicht, aber ich komme wohl nahe ran! 😉 LG aus den (grad regnerischen) Galapagos