Ein Monat in Guatemala

Leute: In Guatemala haben wir zum ersten Mal „richtige Backpacker“ getroffen bzw. fast ausschliesslich  Leute, die auch zumindest ein paar Monate am Stueck unterwegs sind und entweder von Mexiko bis Panama oder umgekehrt reisen. Seltener auch welche, die die komplette Route bis Buenos Aires vorhaben. Auffallend war, dass fast alle Backpacker entweder aus den USA, Kanada oder Australien kamen. Andere Europaeer waren eine Seltenheit – liegt wohl an der kuerzeren Flugdistanz bzw. den guenstigeren Fluegen… Die Guatemalteken haben wir als sehr freundliches und hilfsbereites Volk erelbt. Oft waren sie anfangs ziemlich schuechtern, sodass man den ersten Schritt schon selbst gehen musste, sie anzusprechen. Danach ergaben sich aber oft interessante Gespraeche – Spanischkenntnisse vorausgesetzt!

Essen: In Guatemala hat sich das „Teigfladen-Essen“ von Mexiko fortgesetzt. Ob jetzt eher knusprige Chips-artige Varianten oder gerollte Quesadillas… Die Fuellungen variierten etwas, die Groesse und Knusprigkeit der Fladen auch. Aber das war’s dann auch schon an Abwechslung – wobei mich das nicht gestoert hat. Was ich irgendwann absolut nicht mehr sehen konnte, waren die Tortillas aus Maismehl, die es immer zum Fruehstueck und auch sonst sehr oft als Beilage gab. Selbst den Geruch habe ich am Ende fast nicht mehr ausgehalten. 😉 Auch wenn das Essen sehr billig war, haben wir irgendwann angefangen immer selbst zu kochen, wenn moeglich. Das ist naemlich NOCH billiger und wir konnten so auch mal wieder europaeisches Essen essen, was im Restaurant eher teuer ist.

Wetter: Nachdem wir ein komplettes Monat in Guatemala verbracht haben, haben wir alles moegliche an Wetter erlebt. Von gluehender Hitze in Flores ueber Regen und Schlammschlachten in Poptun, echt kalte Bergregionen, Nebel, Wetter das an den oesterreichischen Herbst erinnert etc. etc. Insgesamt haette ich mir in Guatemala mehr warme Kleidung gewuenscht, weil wir doch sehr viel Zeit in hoeheren Regionen verbracht haben.

Kosten: Leider habe ich in Guatemala keine regelmaessige Liste gefuehrt – es war aber auf jeden Fall bisher das billigste Land auf meiner Reise. Hostelzimmer im Dorm waren fuer 2-4 Euro zu haben, Essen ab 50 Cent fuer einen fuellenden Snack auf der Strasse. Ich schaetze die Tageskosten also insgesamt bei ca. 18-20 Euro ein.

Unterkuenfte: Wir haben fast ausschliesslich in Dorms in Hostels uebernachtet. Mal war das Preis-Leistungsverhaeltnis besser, mal schlechter. Insgesamt war ich aber von der Qualitaet sehr ueberrascht – es war z.B. fast immer Klopapier vorhanden, oft auch Seife, Handtuecher und Bettlaken. Ein richtig ekliges Hostel haben wir nie erwischt.

Infrastruktur: Wir haben uns nur mit Colectivos und Chicken Busses fortbewegt. Colectivos sind (meistens) weisse Minibusse, die eigentlich fuer 10-12 Leute gemacht sind – die aber randvoll gefuellt werden. Oft haben wir ueber 30 Leute gezaehlt!! Das Gepaeck kommt aufs Dach, das zum Glueck meistens eine Regenplane hat. Die Fahrt kann sehr ungemuetlich werden, da man komplett eingezwaengt sitzt, vorne die vordere Sitzbank auf die Schienbeine drueckt, am Hintern die Federn vom Sitz und rechts/links der Sitznachbar oder die Buswand. Wenn man dann aufs WC muss und 3 Stunden holpernde Strasse bevorstehen…wird es „interessant“ 😉 Chicken Busse sind alte, ausrangierte Schulbusse aus den USA, die komplett bunt bemalt sind, hinten schwarzen Rauch ausstossen (das kann nicht mehr als „Fein“staub bezeichnet werden!), ausschauen als wuerden sie gleich auseinander fallen – und trotzdem wie die Irren dahin duesen. Die Sitzbaenke sind zwar fuer 2 (schmale) Leute gemacht, werden aber prinzipiell mit 3 Passagieren befuellt. Auch der Gang ist meistens so voll, dass das Aussteigen zu einer Challenge wird. Und bei jedem Stopp kommt noch eine Ladung mehr dazu… Das klingt jetzt alles nicht so toll, aber wir haben es als Abenteuer gesehen und meistens genossen. Ausserdem war es eine sehr sehr guenstige Moeglichkeit, von A nach B zu kommen, wodurch wir viel Geld gespart haben. Unsicher habe ich mich weder in den Bussen noch um die Busbahnhoefe jemals gefuehlt – auch wenn ich alles natuerlich sehr genau im Auge hatte.

Krankheiten: Ein paar Mal ein bissl verkuehlt, ein paar Mal leichte Magenprobleme…aber das war’s auch schon! 🙂 Zecken und Hundebiss habe ich gut ueberstanden 🙂

Persoenliches TOP: Schwer zu sagen! Als Stadt hat mir Nebaj am besten gefallen, ansonsten alle 3 Trekkingtouren (Nebaj-Akul, Lago Trek, Tajumulco) – Guatemala ist einfach ein Traum zum Trekken! 🙂

Persoenliches FLOP: Livingston. Einfach nur dreckig und nicht mal die hochgepriesene Bootsfahrt dorthin hat mich sonderlich beeindruckt!

Und hier geht es zu den hunderten Fotos von Guatemala…

4 Kommentare zu „Ein Monat in Guatemala“

  1. Wow Astrid, das sieht alles so wahnsinnig schön aus!! Ich wünsche dir weiterhin eine ganz ganz tolle Zeit! Alles Liebe aus Wien, Isabella

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..