Yogya. Oder: Gebt mir einfach nur ein Bett!

Schon mal mitten durch ein Gewitter geflogen? Nicht mehr gewusst, ob es über, unter oder neben einem blitzt? Und das alles nach einem 20-Stunden-Flug, mit maximalen drei Stunden Schlaf, wo du einfach nur mehr ankommen willst? Macht Spaß, sag ich. Der Pilot von Garuda Airlines war davon wohl nicht wirklich beeindruckt. Zwar sollte man angeschnallt bleiben, umflogen wurde das Gewitter allerdings nicht. Du überlebst also mit etwas Glück auch so was. Dann arrival in Yogyakarta. Weil du ja Asien-erfahren bist und zu übermüdet für langwierige Verhandlungen, suchst du mal den örtlichen Stadtbus. Im Wartehaus hat es gefühlte 50 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit. Oder so. Du bist immer noch gut drauf, versuchst, relaxt zu bleiben. Wasser hast du natürlich vorher keines gekauft, warum auch, du bist ja bald im Guesthouse. Während dem Warten bemerkst du zu deiner Erleichterung noch drei andere Touris, die auch mit dem Bus fahren. Du bist also nicht der einzige Idiot. Schließlich kommt das Ding und entgegen deiner Erwartungen ist es supermodern, klimatisiert und besitzt sogar einige Sitze und Haltegriffe. Du stürzt dich in die Kühle und lächelst glücklich. Denkst dir, jetzt kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Einfach dann aussteigen, wenn die anderen Traveller auch aussteigen. So schön, so gut. Blöd nur, wenn der Bus dann irgendwo im Nirgendwo stehen bleibt. Und dort Endstation ist. Natürlich findest du in deiner Umgebung keinen Straßennamen. Aber du weiß schon mal, du bist irgendwo in Yogyakarta, ist doch schon ganz gut. Die anderen Touris wissen auch nicht, wohin. Aber sie finden eine Javanesin, der wir zu fünft nachlaufen können. Quer durchs Verkehrschaos, eine fünfspurige Straße, die eigentlich zweispurig ist, entlang. Der Gehsteig, soweit vorhanden, besteht aus mehr Löchern als Steig und du gehst lieber auf der Straße. Nach einer halben Stunde verdichten sich die Menschenmassen, immer mehr Fußgänger, Millionen von Mopedfahrern, Tuk Tuks,… Einmal im Jahr findet in Yogya auf der Jalan Malioboro ein Festival statt. Den Sinn desselbigen haben wir nicht erfahren, aber dafür, dass besagte Jalan wegen eines Umzugs komplett gesperrt ist. Mitten in den Massen Papa und ich, großer Rucksack hinten, kleiner Rucksack vorne. Natürlich noch immer ohne Wasser. Nach kurzer Diskussion mit den örtlichen Ordnungshütern durften wir die Parade überqueren, unter großem Gejubel und Gejohle der Javanesen. So schafften wir es, den Umweg auf eine weitere halbe Stunde zu reduzieren und kamen nach insgesamt einer Stunde in der Jalan Sosrowijayan an. Dort war es ein leichtes, uns zu irgendeinem Loch-Zimmer zu überreden. Bitte, gebt mir einfach nur ein Bett! Frühstück all in, also passt schon. Und da man ja bekanntlich nie auslernt, hier mein Learning dieses Tages: Ich KANN mit einem 10kg Rucksack hinten plus einem 6kg Rucksack vorne eine Stunde lang bei Saunatemperaturen laufen. Es ist alles nur eine Frage des Willens.

 

 

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